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Schlagloch-Fahnder unterwegs
So geht Schlagloch-Suche: Minister Winfried Hermann (links) lässt sich die teure Messtechnik zeigen. Foto: dpa
Spezialfahrzeug überprüft jeden Millimeter Landesstraße

Schlagloch-Fahnder unterwegs

Datensammler unterwegs: Messfahrzeuge fahren 9400 Kilometer Landesstraße ab. Die Daten entscheiden, welche Straßen saniert werden.

04.08.2016
  • MADELEINE WEGNER

Tübingen. Auf den ersten Blick sieht der orangefarbene Kleinbus aus wie ein gewöhnliches Baustellenfahrzeug. Doch an dem Wagen sind Kameras montiert, am Heck flackern Laser auf. Seit ein paar Wochen sind die Messfahrzeuge auf den Landesstraßen in Baden-Württemberg unterwegs. Im Auftrag des Tübinger Regierungspräsidiums erfassen sie den Zustand der Straßen. Die zuständige Landesstelle für Straßentechnik befindet sich in Stuttgart, sie ist jedoch beim Tübinger Regierungspräsidium angesiedelt. Am Mittwoch informierte sich Verkehrsminister Winfried Hermann in Tübingen über die Messungen.

Ob Unebenheiten, Flickstellen, Spurrillen oder Risse: Durch Laser-Messungen und mit Hilfe von Videoaufzeichnungen erfasst das Fahrzeug den Zustand der Straßen millimetergenau. Die Geräte erkennen nicht nur die Oberfläche, sondern auch den Unterbau der Straße. Das Fahrzeug kann selbst während es Daten erhebt, 80 Kilometer pro Stunde fahren. „Es stellt also kein Verkehrshindernis dar“, sagt Regierungspräsident Jörg Schmidt.

Drei Monate dauert es, bis das 9400 Kilometer lange Landesstraßennetz vermessen ist: Die Datenerhebungen sind nur bei Tageslicht möglich. Außerdem darf es beim Messen nicht regnen, weil sonst die Ergebnisse verfälscht sein könnten.

Die Entwicklung solch eines Fahrzeugs hat mehrere Jahre und zwei Millionen Euro gekostet. Die Kosten für einen speziell ausgestatteten Wagen liegen – laut Andreas Großmann von der beauftragten Thüringer Firma Lehmann und Partner – im unteren siebenstelligen Bereich. Noch im August sollen die Messungen abgeschlossen sein. Ein Büro in Darmstadt wird die Daten bis Oktober auswerten und aufbereiten. Die Gesamtkosten liegen bei 400 000 Euro.

Im vergangenen Jahr hatte die Landesstelle den Fokus auf das 4000 Kilometer lange Netz der Bundesstraßen gelegt. Die Landesstraßen lässt sie im vierjährigen Turnus vermessen. Messungen gibt es zwar seit 20 Jahren, doch nur die Daten der letzten Erhebung sind mit den neuen Messungen vergleichbar – zuvor lagen den Messungen andere Systematiken zugrunde, sagt Martin Schmid, Leiter der Landesstelle.

„Unsere Straßen sind hoch belastet“, sagt Hermann. Meist seien diese Belastungen höher, als es beim Bau der Straßen absehbar war. Die Ergebnisse der Messungen bilden schließlich die Grundlage für die Sanierung der Landesstraßen in den kommenden Jahren. „Sie sind wichtig, damit die Sanierungsprioritäten nicht nach Augenschein oder danach gesetzt werden, wer am lautesten schreit“, sagt der Verkehrsminister.

Für die Sanierung ist zurzeit ebenfalls Hauptsaison, auf den Straßen gibt es vermehrt Baustellen. „Urlaubszeit ist für die Straßenbauverwaltung Hauptarbeitszeit“, sagt Hermann. Denn abgesehen von den Anreise- und Abreise-Wochenenden herrsche in den Ferien deutlich weniger Verkehr: „Im Berufsverkehr wär‘s viel schlimmer.“

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04.08.2016, 06:00 Uhr
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