Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Ein Feiertag für die Region

Schindhau-Tunnel soll schnell gebaut werden

Das Plazet des Bundesrechnungshofs zum „optimierten langen Schindhau-Basistunnel“ wurde in Stuttgart und Tübingen mit großer Genugtuung aufgenommen. Der CDU-Kreisverband sprach gestern gar von einem „Durchbruch“.

20.08.2011
  • Sepp Wais

Tübingen. Als der Bundestag im Jahr 2003 den Ausbau der B 27 vom Tübinger Kreuz im Neckartal bis zum Bläsibad im Steinlachtal in den vordringlichen Bedarf nahm, stellte das Verkehrsministerium den Baubeginn für den Herbst 2011 in Aussicht. Tatsächlich kann die Straßenbau-Abteilung des Regierungspräsidiums jetzt, acht Jahre später, erst so richtig mit der Planung loslegen.

Schuld daran ist nicht zuletzt der Bundesrechnungshof. Der Prüfbehörde des Bundes war insbesondere der 2300 Meter lange, bis zu 60 Meter tief unter den Schindhau-Buckel abtauchende Basistunnel ein Dorn im Auge. Das mittlerweile auf 200 Millionen Euro veranschlagte Bauwerk schien ihr im Vergleich zur offenen Umfahrung Tübingens durch den Schindhau-Wald schlicht zu teuer.

Grünes Licht für weitere Planung

Um das drohende Veto abzuwehren, haben die RP-Planer den Rechnungshof in den letzten fünf Jahren mit zahllosen Expertisen, Extra-Berichten, Nachweisen und Nachlieferungen eingedeckt – schließlich mit Erfolg: Am Donnerstag ließ das Bundesverkehrsministerium die Tübinger CDU-Abgeordnete Annette Widmann-Mauz die „erfreuliche Mitteilung“ verkünden, der Rechnungshof habe seine Bedenken gegen den Basistunnel zurückgestellt – vor allem, weil die offene Trasse den Lebensraum streng geschützter Tierarten zerstören würde (wir berichteten).

So geduldig man im Regierungspräsidium in all den Jahren die aufwändigen Zusatzschichten für die Prüfbehörde absolvierte, so verhalten feierte man jetzt deren Einlenken. RP-Chef Hermann Strampfer ließ über seine Pressestelle lediglich erklären, er freue sich mit seinen Planern sehr, „dass der Rechnungshof unseren Vorstellungen gefolgt ist und grünes Licht für die weitere Planung des Schindhau-Basistunnels erteilt hat“. Alle weiteren Schritte werde man nun mit dem Stuttgarter Verkehrsministerium abstimmen.

Dessen grüner Chef Winfried Hermann musste gestern erstmal gehörig Dampf ablassen, ehe er etwas zum Fortgang des Verfahrens sagen wollte. Als „überaus ärgerlich“ kritisierte er die Art und Weise, wie die Bundesregierung mit dem Bescheid des Rechnungshofs umging: „Dass eine solche Nachricht erst unter schwarzen Brüdern gehandelt und dann – am zuständigen Landesministerium vorbei – von einer CDU-Abgeordneten öffentlich verkündet wird, ist geradezu unanständig.“

Bauarbeiten können nicht vor 2016 beginnen

Auch mit dem Bundesrechnungshof ging Hermann gestern hart ins Gericht: „Da war eine vierwöchige Prüfung angesagt und daraus sind nun über vier Jahre geworden – ein unglaublicher Vorgang. Dass sich ein Rechnungshof so massiv in die Planung einmischt, habe ich noch nie erlebt.“ Das magere Ergebnis aus seiner Sicht: „Dass es zum Basistunnel keine Alternative gibt, wusste man schon vor zehn Jahren – jetzt weiß es auch der Rechnungshof.“

Trotzdem bleibt das weitere Verfahren für Hermann ein „mühsamer Prozess“. Im nächsten halben Jahr müsse das Regierungspräsidium seine Pläne zu einem „Richtlinien-Entwurf“ verfeinern, der dann – wiederum ein halbes Jahr später – vom Bund per „Sichtvermerk“ abgenickt werden muss. Erst danach könne man im RP die Unterlagen für die Planfeststellung vorbereiten.

Mit dem zwei bis fünf Jahre dauernden Feststellungsverfahren kann laut Hermann frühestens 2014 begonnen werden – mit dem mindestens fünf Jahre dauernden Bau des Basistunnels also frühestens 2016. „Vorausgesetzt“, so der Minister, „die Finanzierung steht“. Diese langen Fristen sind seiner Ansicht nach „für alle Beteiligten bitter“, umso mehr will er nun „alles daransetzen, dass nicht noch mehr Zeit verloren geht“.

Jetzt aber alle an einem Strang

Das Gleiche versprach gestern auch Landrat Joachim Walter, der die Entscheidung des Rechnungshofs als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können Vorhaben wie dieses zum Erfolg führen. Ziel muss es sein, dass die Planungen zügig vorangehen. Dafür werde ich mich kraftvoll einsetzen.“

Ebendies wünscht sich Klaus Tappeser von allen Beteiligten. Für den CDU-Kreisvorsitzenden ist „jetzt endlich der Durchbruch zur Realisierung für eines des wichtigsten Verkehrsprojekte in der Region gelungen“. Sein Dank dafür gilt vor allem „dem unermüdlichen und unablässigen Einsatz“ von Widmann-Mauz. Die Landesregierung fordert er auf, alles zu tun, „um die weiteren Planungen nicht zu verzögern“.

Wolfgang Epp, der Hauptgeschäftsführer der Reutlinger IHK, rief gestern anlässlich des „grünen Lichts für die optimale Lösung“ einen „Feiertag für die Region“ aus. Und sprach sich einmal mehr für eine konzertierte Aktion aus: „Alle Kräfte der Region müssen nun an einem Strang ziehen, damit die B 27 zügig durchgehend vierspurig ausgebaut werden kann.“ Vom Tübinger Rathaus war gestern – urlaubsbedingt – keine Stellungnahme zu bekommen.

Schindhau-Tunnel soll schnell gebaut werden
Oben bleiben? Im Tübinger Schindhau will das niemand mehr, nachdem sich nun auch der Bundesrechnungshof für einen Basistunnel entschieden hat. Archivbild: Grohe

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

20.08.2011, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular