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Quelle-Erbin räumt Fehler ein: Zu spät den Verlust der Kontrolle bemerkt

Schickedanz fürchtet Ruin

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz räumt eine Mitschuld an der Krise des Versandhauses Quelle ein. Einstmals zählte sie zu den reichsten Deutschen, nun fürchtet sie, in die Armut abzurutschen.

20.07.2009

Madeleine Schickedanz befürchtet infolge der Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor den Verlust ihres gesamten Vermögens. Vor zwei Jahren wurde sie in der Forbes-Liste der reichsten Deutschen mit einem geschätzten vermögen von 3,9 Mrd. EUR noch auf Platz 16 geführt. Doch von dem Quelle-Erbe ist nun nicht mehr viel übrig. Wegen der Schieflage der Quelle-Mutter Arcandor habe sie inzwischen sehr viel Geld verloren, berichtete sie. Mit einem Aktienanteil von 26,7 Prozent ist sie die zweitgrößte Aktionärin nach dem Bankhaus Sal. Oppenheim. In besten Zeiten hatte nach ihren Angaben ihr Karstadt/Quelle-Aktienpaket einen Wert von 3 Mrd. EUR. "Heute sind es gerade noch 27 Mio. EUR. Auf dem Papier haben wir 3 Mrd. EUR verloren ", sagte die 65 Jahre alte Quelle-Erbin. Hinzukämen 170 Mio. EUR Verlust aus ihrem Privatvermögen für eine Kapitalerhöhung bei Arcandor im Jahr 2004 "und noch ein zusätzlicher dreistelliger Millionenbetrag, um das Unternehmen danach zu stabilisieren ". Sollte die Rettung von Arcandor scheitern und die Bankkredite fällig werden, drohe ihr der Verlust ihres gesamten Privatvermögens - "Häuser und Aktien auch Beteiligungen an anderen Firmen ". Schließlich hafte sie mit ihrem gesamten Vermögen und den Immobilien, die auf ihren Namen eingetragen seien. Wer meine, sie gehöre trotz der Krise zu den Superreichen übersehe, dass sie nicht abgesichert sei. "Ich bekäme mit meinen 65 Jahren nicht mal eine Rente. " Sie habe daher begonnen, sich finanziell einzuschränken. "Wir leben von 500 bis 600 EUR im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im Garten. " "In der Öffentlichkeit gelte ich als Milliardärin. Aber das ist falsch. Ich bin eine Mittelständlerin, die wie viele Unternehmer privates Geld und Vermögen in die Firma investiert hat ", betonte die Quelle-Erbin. Sie räumte auch persönliches Versagen ein: "Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren hatte. Und ich hätte schon viel früher Themen wie Internet im Versandhandel und die Zukunft und Veränderung der Kaufhäuser angehen müssen. Das mache ich mir zum Vorwurf. " Doch die Fehler im operativen Geschäft habe das Management zu verantworten. Offen räumte sie ein, dass ihr ihre Kinder Vorwürfe wegen des verloren gegangenen Erbes machten: "Meine Kinder glauben, ich hätte mich zu wenig um den Konzern gekümmert. " Für unfair hält Schickedanz die aktuelle Kritik an dem früheren Arcandor-Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Untreue ermittelt: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Middelhoff etwas Unlauteres getan hat ", betonte sie. Middelhoff habe vielleicht in der Immobilienkrise seinem Finanzvorstand zu viel Freiheit gelassen. Ohne ihn wäre Karstadt/Quelle jedoch schon früher am Ende gewesen ", meinte sie. AP/dpa

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20.07.2009, 12:00 Uhr
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