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Wolfenhausen

Immer wieder aufgeflammt

Mitten in Wolfenhausen brannten in der Nacht zum Freitag eine Scheune und ein leerstehendes Wohnhaus nieder. Fast 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

11.01.2019

Von Michael Hahn

Da, wo die Holzstraße von der Ortsdurchfahrt abzweigt, loderte am frühen Freitagmorgen ein Vollbrand. Bild: 7aktuell/Simon Adomat

Als der Neustetter Feuerwehrkommandant Ralf Sauter kurz nach 1 Uhr nachts am Brandort an der Ortsdurchfahrt eintraf, quoll der Rauch schon aus allen Öffnungen. Anwohner hatten eine brennende Scheune gemeldet, doch wenige Minuten später (Sauter wohnt nur wenige hundert Meter entfernt) hatte das Feuer bereits auf das benachbarte Wohnhaus übergegriffen. Das Gebäude sei unbewohnt, wussten die Nachbarn, deswegen verzichtete Sauter darauf, seine Leute in das brennende Haus zu schicken. Er ordnete „Riegelstellung“ an, um ein Übergreifen des Feuers auf weitere Häuser zu verhindern.

Von drei Seiten her nahmen die drei Neustetter Abteilungen die Brandbekämpfung in Angriff, berichtete Sauter. Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass später die Flammen auch noch aus dem Dachstuhl loderten (siehe Bild). „Da kommen wir nicht mehr richtig ran“, wusste Sauter und alarmierte zusätzlich die Kollegen aus Rottenburg-Kernstadt mit ihrer Drehleiter. Schließlich stürzte sogar der Giebel ein – „Gottseidank nach innen“. Auch Kreisbrandmeister Marco Buess war da.

Weil zwischendrin der Druck in den Wasserschläuchen absackte, mussten die Feuerwehrleute immer mehr Hydranten anzapfen und aus einem immer größeren Umkreis Wasser heranführen. Auf den eiskalten Straßen gefror das Wasser. Ein Feuerwehrmann, der beim Bauhof arbeitet, fuhr pausenlos hin und her und salzte die Straßen und Wege ein. Die Schläuche selbst froren nicht ein – dafür war es dann doch nicht kalt genug.

Auch der DRK-Zug Neustetten war mit mehreren Fahrzeugen angerückt. Weil es keine Verletzten zu versorgen gab, konnten sich die Sanitäter auf Hilfsleistungen (warme Getränke!) beschränken.

Es war ein „absoluter Vollbrand“, berichtete Sauter, der hauptberuflich bei der Daimler-Werksfeuerwehr arbeitet. „Ich habe selten so ein massives Feuer gesehen.“ Im Innern stürzten nach und nach die Decken ein. Mehrfach schien einer der Brandherde gelöscht – und loderte dann doch wieder auf.

Der Grund dafür stellte sich erst später heraus: In der Scheune waren mindestens vier Autos und mehrere Motorräder abgestellt, an denen der Eigentümer wohl gerne herumschraubte. „Da brannte das Benzin“, begriff Sauter. In den beiden Gebäuden lagerte „eine Riesen-Brandlast“ – haufenweise brennbare Gegenstände.

Es habe auch starken Funkenflug gegeben, sagte der Neustetter Kommandant. Zum Glück lag überall Schnee auf den Dächern. „Die Wetterlage hilft uns.“ Die EnBW stellte den Strom ab, auch für die Nachbarhäuser.

Erst am Nachmittag konnten die letzten Feuerwehrleute den Brandort verlassen. Die Kripo sicherte stundenlang Spuren (die Brandursache ist noch nicht bekannt); ein Abbruchunternehmen half dabei. Auch Bürgermeister Gunter Schmid sei noch den ganzen Tag vor Ort gewesen, berichtete Sauter.

Die Ruine ist jetzt abgesperrt. Die Feuerwehr werde sie weiterhin regelmäßig kontrollieren, auch mit Hilfe einer Wärmebildkamera, die die Rottenburger ihren Neustetter Kameraden überlassen haben. Wie es mit der Ruine weitergeht, soll am Montag entschieden werden.

Da, wo die Holzstraße von der Ortsdurchfahrt abzweigt, loderte am frühen Freitagmorgen ein Vollbrand. Bild: 7aktuell/Simon Adomat

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Erstellt:
11. Januar 2019, 07:08 Uhr
Aktualisiert:
11. Januar 2019, 07:08 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 07:08 Uhr

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