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Bayern

Scheuers Schimäre

Er schon wieder. "Integration ist die Mega-Aufgabe für die ganze Gesellschaft, zu der auch die TV-Anstalten ihren Beitrag leisten müssen", schreibt der CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer an ARD und ZDF.

23.10.2015
  • WOLFGANG RISCH

Schwer scheint auf Scheuers Seele zu lasten, dass er Ende vorigen Jahres sich Hohn und Spott einfing mit dem Vorschlag, Einwanderer sollten "dazu angehalten" werden, zu Hause - O-Ton Süd: dahoam - gefälligst Deutsch zu sprechen. So dauerte es Monate bis zu einem neuen Vorpreschen in Sachen Leitkultur. Oder aber: Das Deutsch-Sprechen dahoam scheiterte schlicht an den nötigen Kenntnissen. Und das geht ja nun überhaupt und gar nicht.

Also: Das noch zu verwirklichende Fernseh-Angebot müsse neben "Informationen für das Leben in unserem Staat und unserer Gesellschaft natürlich Sprachkurse und "Grundgesetz-Untericht" umfassen. Grundgesetz-Unterricht? Oha.

Es war der Große Vorsitzende, jener Schwabinger Metzgerssohn FJS - nach dessen tragischem Ende die Christsoziale Union zum Schatten ihrer selbst verflachte - der, so ist überliefert, nicht immer mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlief. Hinter vorgehaltener Hand behaupten wir, dass Scheuer das auch nicht tut, er gebärdet sich nur von Fall zu Fall so. Grenzzäune. Herdprämie. Auffanglager.

Und wenn er es denn täte, wäre ihm, Scheuer, eventuell der Artikel 116 aufgefallen, in dem zu lesen ist, Deutscher "im Sinne dieses Grundgesetzes ist, (.) wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt". Von etwaigen Sprachkenntnissen und/oder "selbstverständlich unserer deutschen Leitkultur" (Scheuer) ist an keiner Stelle die Rede. Davon abgesehen, sollte die Debatte über die vermeintliche, den Deutschen (Nord? Süd? Ostwestfalen?) eigene gemeinsame Leitkultur a) nun endlich beendet werden, weil es sich b) um eine Schimäre handelt.

Aber lassen wird Scheuer doch Fernsehen machen, vielleicht unter dem Dach des Bayerischen Rundfunks mit Untertiteln "O-Ton Süd", sehr zum Vergnügen des Restes der Republik.

Scheuers Schimäre
Maus auf Arabisch: TV-Angebot für Flüchtlingskinder. Foto: WDR

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23.10.2015, 12:00 Uhr
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