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Das politische Buch

Schädliche Ungleichheit

Joseph Stiglitz: Reich und Arm. Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Siedler Verlag, München 2015. 512 S., 24,99 Euro.

01.10.2015
  • GUNTHER HARTWIG

Das private Vermögen der Weltbevölkerung wächst, aber es ist ungleich verteilt. Diesen objektiven Befund konnte man in diesen Tagen wieder einmal lesen. Und das besonders Betrübliche an dieser Entwicklung ist die zunehmende Spaltung der globalen Gesellschaft in Arm und Reich - die Schere geht nach einer kurzen Atempause vor Jahrzehnten wieder auseinander.

Der Mann, der in diese sozialökonomische Wunde seit langer Zeit die Finger legt, ist Joseph Stiglitz, Professor an den Elite-Unis in den USA, Nobelpreisträger, Ex-Chefvolkswirt der Weltbank. Ihm verdanken wir die unter Experten kaum noch bestrittene These, dass eine ungleiche Verteilung von Kapital nicht nur ungerecht, sondern auch kontraproduktiv ist - sie schadet Wachstum und Wohlstand.

In zahlreichen Aufsätzen und Artikeln zu seinem Schlüsselthema, die er in seinem jüngsten Buch versammelt und mit aktuellen Einführungen versieht, hat Stiglitz begründet, weshalb die Schieflage bei der Vermögensverteilung kein Schicksal ist, das aus den (Natur-)Gesetzen des Marktes resultiert, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen (oder Versäumnisse). Und dass es demzufolge eine Reihe von Instrumenten gibt, mit denen Regierungen und multilaterale Organisationen eine gerechtere Verteilung des Wohlstand bewirken könnten.

Stiglitz beschreibt zunächst die gegenwärtige Lage (in den USA und anderen ähnlich verfassten Volkswirtschaften), sodann die Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen der wachsenden Ungleichheit. Im zweiten Teil widmet er sich der Politik, ihren Fehlern und verheerenden Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte sowie den Anforderungen an eine erfolgreiche Bekämpfung von Ungerechtigkeit.

Stiglitz widerspricht allen neoliberalen Ideologen, die jede Umverteilung durch eine faire Steuerpolitik zum Teufelswerk erklären. Interessant ist auch, was er zu den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP schreibt: "Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass bei den Gesprächen etwas herauskommt, das den Interessen der amerikanischen Durchschnittsbürger dient - und die Aussichten für die einfachen Bürger anderer Länder sind noch düsterer." Sein Fazit ist so eindeutig wie ernüchternd: So lange die Staatenlenker der Welt die extremen Ungleichheiten bei der Vermögensverteilung ignorieren, ist keine nachhaltige Entwicklung möglich - weder national noch global.

Schädliche Ungleichheit

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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