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Denkmalpflege

Sanierung der Pirschgänge kann beginnen

Der Bund, die Stadt und der Kreis Böblingen einigen sich über die Finanzierung der Arbeiten.

16.10.2019

Von Raimund Weible

Das Röhrensystem wurde im Jahr 1737 angelegt. Foto: privat

Böblingen. Am 18. Oktober beginnen die US-Streitkräfte mit einer Großübung auf dem Truppenübungsplatz Böblingen. Nach dem Ende dieser Übung am 31. Oktober rücken dann Bauarbeiter an und beginnen mit der Sanierung der historischen Pirschgänge im Stadtwald. Das haben Landrat Roland Bernhard und Oberbürgermeister Stefan Belz angekündigt.

Zugleich erklärten sie auch, dass sich die Beteiligten über die Verteilung der Mehrkosten geeinigt hätten. Gegenüber der Schätzung von 2017 sind die Kosten um 60 000 Euro auf 160 000 Euro gestiegen. Begründet wurden die Mehrkosten mit den höheren Baupreisen.

An den Kosten beteiligen sich die Stadt Böblingen, der Landkreis Böblingen und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – letztere deswegen, weil der Bund Eigentümer des Geländes ist. Außerdem fördert das Landesamt für Denkmalpflege das Projekt, die Denkmalschutzstiftung Baden-Württemberg hat 30 000 Euro Zuschuss zugesagt. Im Moment laufen noch Gespräche mit dem Landesamt und der Stiftung um eine Erhöhung der Zuschüsse. Grundsätzlich sei aber die Finanzierung gesichert, sagen Stadt und Landkreis.

Der Pirschgang im Böblinger Stadtwald ist ein Röhrensystem, das der württembergische Herzog Alexander im Jahr 1737 anlegen lassen hat. Über die unterirdischen Gänge sollten sich die Jäger unbemerkt Rothirschen nähern können. Einst hatte die Tunnelanlage eine Länge von 635 Metern. Davon sind nur noch 105 Meter teilweise erhalten.

Es droht ein weiterer Verfall dieses Denkmals. Deswegen hatten sich Verbände wie der Schwäbische Heimatbund und der Schwäbische Albverein jahrelang dafür eingesetzt, dass die Reste der Pirschgänge konserviert werden. Die Anlage ist einmalig im Südwesten, nur in Thüringen gibt es eine weitere.

Das Staatliche Hochbauamt hat die Arbeiten bereits ausgeschrieben. Dabei stellte sich rasch heraus, dass der bisherige Kostenvoranschlag nicht zu halten ist. Nach Angaben einer Sprecherin des Landratsamtes ist nicht absehbar, wann die Arbeiten beendet sind. Dies hänge auch von den Übungen der US-Army ab. Die Pirschgänge sind nur mit Genehmigung der Streitkräfte zu besichtigen. Nach Abschluss der Bauarbeiten würden die sanierten Pirschgänge der Öffentlichkeit vorgestellt, kündigten Stadt und Landratsamt an.

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Erstellt:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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