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SWR-Intendant Boudgoust kritisiert «Hasslawine»

Stuttgart

04.03.2016
  • dpa/lsw

Stuttgart. «Die meisten Briefe und Mails waren unfreundlich, wütend, teilweise hasserfüllt», sagte Boudgoust am Freitag in Stuttgart bei der Sitzung des Rundfunkrates. «Die Anfeindungen erreichen ja auch nicht nur mich, sondern richten sich auch gegen Redaktionen, gegen Moderatoren oder SWR-Reporter im Einsatz», sagte der 61-Jährige.

Der Sender sei aber gewappnet. «Wir haben dem gefährlichen Stumpfsinn etwas entgegenzusetzen: echte unabhängige Berichterstattung», meinte Boudgoust vor den Wahlen in beiden Bundesländern am 13. März. «Gerade den „Lügenpresse“-Rufern müssen wir Fakten entgegenhalten.»

Bei der Sitzung des Rundfunkrates wurde auch bekannt, dass Boudgoust der einzige Kandidat für die Intendantenwahl am 8. Juli in Mainz ist. Seine jetzige zweite Amtszeit endet am 30. April 2017. Er könnte dann für weitere fünf Jahre im Amt bleiben. Dem Vorschlag des Wahlpräsidiums stimmten Rundfunkrat und Verwaltungsrat des SWR zu - ohne Gegenstimme.

Boudgoust, Chef über den Sender mit insgesamt rund 3500 Mitarbeitern, bekräftigte bei der öffentlichen Sitzung Pläne für einen digitalen Umbau des SWR für eine «neue multimediale Zukunft», die noch mehr Angebote für junge Menschen bringen werde. An seinen Sparvorgaben von 166 Millionen Euro bis 2020 will der SWR festhalten.

Der Sender stellte dem Rundfunkrat eine repräsentative Imagestudie vor, die eine «ungebrochene Glaubwürdigkeit» des SWR belege. Boudgoust hatte in seiner Rede vor der Gefahr gewarnt, dass Menschen immer wieder «verdrehte Informationen als Wahrheit» hinnehmen würden. «Das geschieht heute, wo sich jeder aus einer Unzahl von unterschiedlich seriösen Informationsquellen im Netz seine eigene Info-Welt zusammenzimmern kann, schneller als jemals zuvor», sagte er.

Die Gesellschaft zerbreche im Digitalen, warnte der Intendant. «Im Netz scheint mehr und mehr verloren zu gehen, was unsere Demokratie zusammenhält: ein breiter gesellschaftlicher Diskurs auf der Basis gemeinsamen Faktenwissens», sagte er. Es gebe bedenkliche Tendenzen. «Menschen mit einer vorgefassten Meinung lassen sich fast nie von gegenteiligen Informationen überzeugen. Fakten dringen nicht mehr zu ihnen durch – und sie interessieren viele Menschen auch nicht mehr.»

Die Mitglieder des Rundfunkrates forderten die SWR-Leitung auf, öffentlich über den geplanten digitalen Umbauprozess zu informieren. Eine Veranstaltung dazu soll es noch vor dem Sommer geben. Boudgoust will damit in seine neue Amtszeit starten. Der Rundfunkrat ist ein Kontrollgremium mit Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen, darunter von Kirche, Sport und Kultur sowie Politik.

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04.03.2016, 14:11 Uhr | geändert: 04.03.2016, 14:36 Uhr
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