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SPD-Politiker ließen sich Geräte für minimal intensive Chirurgie zeigen
Franziska Baur (links) und Antonio Caputo (rechts) demonstrieren an einem Schweinemagen das endospkopische Setzen einer OTSC Klammer. Dorothea Kliche-Behnke (Dritte von links) und Martin Rosemann (Zweiter von rechts) schauen zu – wie auch Sebastian Schotstek (Zweiter von links) und Prof. Thomas Gottwald (Dritter von rechts). Bild: Franke
Innovationen in der Pipeline

SPD-Politiker ließen sich Geräte für minimal intensive Chirurgie zeigen

„Weltweit Standards setzen“ will die Ovesco AG setzen. Vor zehn Jahren wurde die Medizintechnik von Ärzten und Medizinern in Tübingen gegründet. Hergestellt werden Geräte zur endoskopischen Chirurgie des Magen-Darm-Trakts.

09.03.2016
  • Fred Keicher

Lustnau. Die Todesrate unter Technologiefirmen, die als Spin-offs der universitären Forschung gegründet werden, ist hoch. Sebastian Schostek, der Vizepräsident der AG, schätzte, dass nur 10 Prozent der Ausgründungen erfolgreich seien. „Wir sind unter hohem Risiko gesprungen, inzwischen ist Ovesco eine Geschichte, die fliegt.“ Der Ingenieur Schostek leitet die Abteilung Diagnostische Systeme. „Der Erfolg hat viele Väter“, ergänzt Chi-Nghia Ho, der als Vizepräsident die Abteilung Therapeutische Systeme leitet.

Zu Besuch kam gestern die Politik in den Hauptsitz der Firma in der Lustnauer Dorfackerstraße. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann und die SPD-Landtagskandidatin Dorothea Kliche-Benke ließen sich das Unternehmen zeigen. „Wir stellen die Instrumente her, die wir gerne gehabt hätten“, brachte Thomas Gottwald das Unternehmensziel auf den Nenner. Der Mediziner Gottwald hat 20 Jahre als Chirurg gearbeitet, heute ist er Vorstand der AG. Er skizzierte den medizinischen Laien die Entwicklung der Chirurgie von „großer Schnitt, große Chirurgie“ hin zu den minimal intensiven Eingriffen und endoskopischen Verfahren. Für letztere stellt Ovesco Geräte her. Mit ihnen können schnell und vor allem frühzeitig Gewebeproben entnommen, Blutungen gestoppt und Tumore entfernt werden. Idealerweise fielen dann Diagnostik und Therapie zusammen.

Das Unternehmen ist in den zehn Jahren seines Bestehens stark gewachsen, sagt Gottwald. Heute beschäftigt es in Tübingen an acht Standorten 70 Mitarbeiter. Irgendwann werde man aus der Dorfackerstraße ausziehen müssen. Gottwald lobte ausdrücklich die Kooperation mit der Stadt bei der Standortsuche. In Tübingen wird sowohl geforscht als auch produziert. Man wolle so wenig wie möglich aus dem Haus geben. Dafür nannte Gottwald drei Gründe: die höhere Qualität, den Schutz des Know-hows und die bessere Gewinnmarge.

Das Unternehmen sei ausschließlich eigenfinanziert, man nehme nicht einmal Bankkredite in Anspruch, sagte Gottwald. Überdurchschnittlich hoch seien die Ausgaben von Ovesco für Entwicklung und Forschung. Den Anteil öffentlicher Zuschüsse daran bezifferte Gottwald auf etwa ein Viertel. Entscheidend seien diese Zuschüsse als Anschubfinanzierung gewesen.

Die Politiker fragten nach den Erfahrungen mit der öffentlichen Förderung. Gute Erfahrungen habe man mit der „Zukunftsinitiative Mittelstand“ (ZIM) des Bundes gemacht. Lob bekam auch der „Innovationsgutschein“ des Landes, bei dem man „völlig unkomplizert“ 5000 bis 8000 Euro bekäme. „Das reicht für eine Projektskizze oder eine Studentenarbeit“, sagte Schostek. Sehr aufwändig sei es, EU-Gelder zu beantragen. Ho erzählte, wie die Firma einmal 80000 Euro in eine Antrag-sstellung gesteckt habe. Nach fünf Monaten kam dann eine knappe Absage per E-Mail.

Praktische Vorführungen beschlossen das Besuchsprogramm. Franziska Baur zeigte den Gästen, wie man einen Magen endoskopisch untersucht (es war ein Schweinemagen frisch vom Metzger). „Was machen Sie, wenn Sie einen Clip falsch gesetzt haben?“ Antonio Capurro freute sich, den Clip-Cutter zu zeigen, mit dem man die superelastischen Clips, mit denen man Läsionen verschließt, wieder aufschneiden kann. „Der Magen-Darm-Trakt ist nichts anderes als ein großer Schlauch“, sagte Sebastian Schostek, „das kommt dem Ingenieur sehr entgegen.“ Er zapfte sich ein paar Tropfen Blut ab, schluckte sie, spülte mit Wasser nach. Alles Vorbereitungen zur Demonstration der HemoCell, einer Retard-Pillen-großen Kapsel, die Blutungen im Magen oder Darm aufspüren kann. Dass bei den Präsentationen Ingenieurinnen beteiligt war, sagte Schostek, sei kein Wunder. Ovesco habe einen sehr hohen Frauenanteil. Auf die Stellen, die im letzten halben Jahr ausgeschrieben waren, hätten sich nur Frauen beworben.

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09.03.2016, 01:00 Uhr
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