Tübingen

SPD-Kandidatin Kliche-Behnke hat es geschafft

Die SPD verlor zwar im Land, hat aber im Wahlkreis eine Siegerin und damit nun zwei Abgeordnete im Landtag.

14.03.2021

Von Sabine Lohr

Dorothea Kliche-Behnke, Landtagskandidatin der SPD. Privatbild

Für die SPD-Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke war der Abend eine Zitterpartie. Um kurz nach 20 Uhr war aber schon relativ sicher, dass sie es im zweiten Anlauf in den Landtag schafft. „Klar freue ich mich darüber“, sagte sie im Neuen Schloss in Stuttgart. Dennoch war ihre Stimmung auch verhalten. Denn „ganz wasserdicht“ war ihr Sitz zu diesem Zeitpunkt nicht. Und die SPD im Land hat noch einmal schlechter abgeschnitten als vor fünf Jahren. Außerdem muss Kliche-Behnkes Reutlinger Parteikollege Ramazan Selcuk seinen Landtagssitz abgeben. „Es ist das erste Mal, dass die SPD in Tübingen stärker ist als in Reutlingen“, stellte Kliche-Behnke fest.

Im Wahlkreis Tübingen erreichte Kliche-Behnke sehr unterschiedliche Ergebnisse: Während sie in Tübingen, wo sie als langjährige Stadträtin bekannt ist, 13,29 Prozent holte, gaben ihr in Rottenburg nur 8,81 Prozent der Wähler ihre Stimme. „Die Wähler in Rottenburg muss ich noch überzeugen“, meinte sie dazu. In Bodelshausen (12,96 Prozent) und in Ofterdingen (11,99 Prozent) schnitt sie hingegen gut ab.

Wahlkreis Tübingen: Dorothea Kliche-Behnke zu ihrer Wahl in den Landtag
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Die Überraschung des Wahlabends ist das Mandat für die Tübinger SPD-Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke. Sie meldet sich mit einem Statement aus Stuttgart, wo sie im Landtag den Wahlabend verfolgt hat. Die SPD sei stand jetzt drittstärkste Kraft: „Ich hätte jetzt wenig Verständnis, würden sich die Grünen weiter entscheiden, weiter konservative Politik mit der CDU zu machen.“ Video: SPD

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Für die SPD im Land sagte Kliche-Behnke: „Da hätten wir uns mehr gewünscht.“ Den Grünen und vor allem dem Tübinger Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal gratuliert Kliche-Behnke zu ihrem Wahlsieg und hofft, dass sie sich gegen eine weitere Koalition mit der CDU entscheiden. „Ich könnte es angesichts der programmatischen Themen wie Klima, Wohnen und Soziales nicht verstehen, wenn es anders wäre.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann, der ebenfalls im Neuen Schloss war, hält den Einzug von Kliche-Behnke in den Landtag für „einen großartigen Erfolg“ für die „super Kandidatin“. Sie engagiere sich seit Jahren in der Kommunalpolitik und werde sich auch als Landtagsabgeordnete „reinhängen“. Weil aber das Mandat aus Reutlingen verloren sei, habe er ein lachendes und ein weinendes Auge.

Zum Landesergebnis sagte Rosemann, es zeige, dass Mehrheiten auch jenseits der CDU möglich seien. Für eine Koalition mit den Grünen stehe die SPD zur Verfügung. Bei Themen wie Klimaschutz, Wohnungsbau, Bildungsgerechtigkeit gebe es große Schnittmengen. Zwar habe die SPD ein schlechteres Ergebnis als vor fünf Jahren erreicht, sei aber vor der AfD und der FDP dritte Kraft im Land. „Das Ergebnis stellt uns zwar nicht ganz zufrieden, dennoch ist es ein wichtiges Signal und ein Erfolg“, so Rosemann.

„Das ist ein spannender Abend“, sagte Bettina Ahrens-Diez. Die SPD-Kreisvorsitzende informierte sich laufend im Fernsehen, übers Internet und am Handy. Um 20.30 Uhr befand sie: „Es sieht ganz gut aus für Doro.“ Kliche-Behnke habe einen „phantastischen Wahlkampf“ gemacht, der inhaltlich sehr stark gewesen sei. „Davor ziehe ich meinen Hut.“

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Erstellt:
14. März 2021, 21:27 Uhr
Aktualisiert:
14. März 2021, 21:27 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. März 2021, 21:27 Uhr

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