Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

20 Bäume sind bereits abgeholzt

S21-Gegner wollen "zielgerichteten" Widerstand

Nachdem die Polizei den Schlossgarten geräumt hat, fallen die ersten Bäume. Ein Botaniker prophezeit den umgepflanzten Bäumen ein kurzes Leben. Ein Experte der Bahn widerspricht.

17.02.2012

Von LSW

Stuttgart Im Stuttgarter Schlossgarten haben die Arbeiter angefangen, Bäume für das Bahnprojekt Stuttgart 21 umzupflanzen. Nach Angaben der Bahn wurde gestern Vormittag der erste Baum mit einer Rundspatenmaschine aus dem Boden gehoben, um ihn an anderer Stelle wieder einzupflanzen.

Für den Tiefbahnhof werden 106 Bäume gefällt, 68 werden umgesetzt. Bis Ende Februar soll Platz für die Baustelle für den S21-Tiefbahnhof geschaffen werden. Mittlerweile wurden nach Angaben der Bahn etwa 20 Bäume abgeholzt.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch, warf der Bahn erneut eine "eiskalte Machtdemonstration" vor. Der Widerstand werde bei allem Schmerz wegen der Rodung im Schlossgarten weiter zielgerichtet gegen Stuttgart 21 vorgehen. An diesem Samstag ruft das Bündnis zu einer Demonstration unter dem Motto "Ihr macht alles kaputt - uns nicht!" auf.

In der Nacht zum Mittwoch hatte die Polizei den Schlossgarten geräumt. Der Protest von etwa 1000 Demonstranten verlief weitgehend friedlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte kritisiert, dass die Bäume nicht ausreichend vorbereitet worden seien (siehe Infokasten).

Dagegen meint der Baumsachverständige der Bahn, Bodo Siegert, dass sich die Überlebenschancen für die verpflanzten Bäume nicht mindern.1907 sei eine riesige Eibe in Frankfurt verpflanzt worden. "Die gibt es heute noch." Die Wurzeln der verpflanzten Bäume werden über so genannte Drainringe bewässert; diese Behandlung werde nach bis zu zwei Jahren eingestellt. "Wir wollen keine Intensivpatienten am Tropf", unterstrich Siegert.

Das Fällen und Verpflanzen sowie die anschließende Pflege kosten insgesamt zwei Millionen Euro. Zwei Riesenplatanen hat die Bahn wegen zweier Fledermäuse eine Schonfrist eingeräumt. Siegert geht davon aus, dass in jedem Baum genau eine Fledermaus ruht. Spätestens zum Ende der Vegetationsperiode am 30.September müssen auch diese Platanen der Baustelle für den unterirdischen Durchgangsbahnhof weichen.

Ein 19-jähriger Aktivist, den die Polizei vor vier Tagen nach einer Durchsuchung des Parkschützer-Büros festgenommen hatte, ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Ein Polizeisprecher sagte, der Verdacht, dass der Mann einen Molotowcocktail hergestellt habe, sei aber noch nicht ausgeräumt.

Im Stuttgarter Schlosspark müssen Bäume für das Baufeld weichen. Foto: dpa

Zum Artikel

Erstellt:
17. Februar 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Februar 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2012, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+