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Fund

S-21-Grube offenbart Historie

Archäologen untersuchen jahrhundertealte Kanäle, die einiges über das frühere Stuttgart verraten.

22.02.2018

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Grabungstechnikerin Hannah Witte hofft auf weitere, wertvolle Funde. Foto: C. Holowiecki

Stuttgart. Bei Aushubarbeiten im S-21-Baufeld sind in etwa vier Metern Tiefe Reste einer großen Wasserführung aus dem 16. oder 17. Jahrhundert entdeckt worden. Auch weitere Kanalläufe haben Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege nahe des Planetariums gefunden, außerdem lassen Sedimente auf ein früheres natürliches Bett des Nesenbachs schließen, der heute wenige Meter weiter verdolt vorbeifließt. Dass etwas im Boden schlummert, war schon 2014 entdeckt worden, erklärte der Oberkonservator Andreas Thiel am Mittwoch, „für uns völlig überraschend, da wir der Meinung gewesen waren, dass in der Vergangenheit das Gelände schon so tiefgreifend gestört worden war, dass dort nichts mehr zu erwarten sein würde“. Wegen des Baus einer Fußgänger- und Fahrradrampe musste die Freilegung seinerzeit warten.

Dieser Steg ist nun wieder weg, und seit rund einer Woche laufen die Arbeiten. Neben Sandsteinplatten und mächtigen Holzbalken, die einen stattlichen Kanal geformt haben, und weiteren undatierten Pfahlgründungen ist im Erdreich das gefunden worden, was die frühen Stuttgarter ins Wasser geschmissen haben – Scherben und Abfall. Auch die Suche mit einem Metalldetektor hat bislang nichts Edles nach oben befördert, „aber wir schließen nicht aus, dass noch etwas Wertvolles kommt“, sagte Hannah Witte, eine Grabungstechnikerin. Zudem sammeln die Archäologen Erkenntnisse etwa über die Umweltgeschichte oder den Hochwasserschutz. Bereits jetzt haben sie rekonstruiert, dass der Nesenbach im 16., spätestens im 17. Jahrhundert in künstliche Kanäle geleitet worden war.

Vier Monate haben die Fachleute Zeit, die 5000-Quadratmeter-Grube unter die Lupe zu nehmen. Interessantes wird geborgen oder zumindest dokumentiert, „der Rest wird weggeschmissen. Das ist Bauschutt, auch wenn er hunderte Jahre alt ist“, sagte Thiel. Danach will sich das Team einem weiteren Baufeld widmen, auf dem römische und frühmittelalterliche Funde zu erwarten sind. In Verzug bringen soll das den S-21-Zeitplan nicht, auch eine Kostensteigerung sei nicht zu erwarten. Caroline Holowiecki

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Erstellt:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 06:00 Uhr

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