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Russland nach wie vor wichtiger Partner für deutsche Wirtschaft

08.07.2019

Bild: Pixabay.com © 12019 CCO Public Domain Vor allem in den Bereichen Erdöl und Erdgas ist Russland ein wichtiger Exporteur für Deutschland.

Für die Wirtschaft in Deutschland ist Russland ein bedeutender Partner. Unter anderem sorgten deutsche Unternehmen dort für 270.000 Arbeitsplätze. Bereits seit Jahrhunderten besitzt es einen hohen Stellenwert für die Bundesrepublik, im Prinzip für ganz Europa. Geopolitische Interessen stehen im Raum, darüber hinaus das Gleichgewicht der Kräfte, das die Geschichte der beiden Länder über einen langen Zeitraum miteinander verbunden hat. Die deutsch-russische Beziehung lässt sich in verschiedene Perioden unterteilen, unter anderem:

Zeit von 1740 mit der Inthronisation von Friedrich II von Preußen, von vielen Experten als Anfangspunkt der modernen deutschen Außenpolitik gesetzt;

Bismarck- und weitere Zeiten mit einigen historischen Ereignissen;

der Mauerfall und die Auflösung der Sowjetunion.

Deutsche Außenpolitik: Russland als traditioneller Schwerpunkt

Deutschland erkannte als Erstes die Gründung der russischen Föderation an. Gleiches gilt für das Veranstalten von Konsultationen mit Russland. Von der Bundesrepublik wurden die Möglichkeiten Russlands in wirtschaftlichen und politischen Formen genutzt. Ziel war die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

Eine Veränderung der bilateralen Beziehung fand jedoch trotzdem statt. Bundeskanzler Kohl stand zu einer Russlandpolitik mit dem Hauptthema der russischen Integration in Europa. Zwischen Wladimir Putin und Gerhard Schröder gab es eine Art „Männerfreundschaft“, darüber hinaus zwischen den beiden Ländern eine strategische Partnerschaft. Unsere Kanzlerin Merkel sah das etwas anders: Sie legte Wert auf eine transatlantische Beziehung. Die bilaterale Beziehung erlebte mit der Großen Koalition im Jahr 2005 eine politische und in einigen Bereichen auch wirtschaftliche Eiszeit.

Beziehung zwischen Deutschland und Russland

Bereits seit etwa 50 Jahren besteht eine Abhängigkeit Deutschlands von der Energie Russlands. Kontinuierlich fand ein Ausbau der sogenannten Energiebeziehung statt. Weiterhin nimmt die Wirtschaft einen wichtigen Faktor ein: Russland hat einen überaus hohen Modernisierungsbedarf im wirtschaftlichen Sektor und ist dadurch ein bedeutender Absatzmarkt für Investitionsgüter aus Deutschland. Im Jahr 2014 war Deutschland beispielsweise mit 9,4 % am Import für Russland beteiligt. Es stand somit an zweiter Stelle hinter China. Unentbehrliche Partner sind Russland und Deutschland auch politisch betrachtet. So hat letzteres im Rahmen der Europäischen Union in der Russlandpolitik das größte Mitspracherecht.

Abhängigkeit im Bereich der Energie

Deutschland zählt zwar zu den wichtigsten Industrieländern der Welt, an Rohstoffen ist es jedoch arm. Der größte Teil der Energiestoffe muss aus dem Ausland bezogen werden. Der bedeutendste Energielieferant für die Bundesrepublik ist Russland, mit der Zeit entwickelte sich dadurch eine immer stärkere Abhängigkeit. Bereits in den 1970er Jahren begann die Zusammenarbeit mit einem Erdgasprojekt, das die Errichtung einer Pipeline von einem Land zum anderen beinhaltete. Diese ermöglichte den unkomplizierten Import von Erdgas. Im Jahr 2012 hielt Russland einen Anteil von 37 Prozent am importierten Rohöl in Deutschland, 31 Prozent an Gasimporten. Von dem halbstaatlichen russischen Unternehmen Gasprom, das über die reichsten Erdgasvorkommen weltweit verfügt, ist die Bundesrepublik der größte Abnehmer.

Exporte von Deutschland nach Russland

Zu den wichtigsten Exportgütern gehören:

1. Maschinen – im Wert von 5,7 Milliarden Euro

2. Kraftwagen und –teile – im Wert von 4,1 Milliarden Euro

3. chemische Erzeugnisse – im Wert von 2,9 Milliarden Euro

Erstmalig nach fünf Jahren stieg der Handel sowohl im Bereich des Ex- als auch Importes zwischen Deutschland und Russland laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2017 an. Im Jahr 2012 wurde mit einem Gesamtwert von 80,9 Millionen Euro der größte Außenhandelsumsatz zwischen den beiden Ländern verzeichnet.

Importe von Russland nach Deutschland im Jahr 2017

Erdöl und –gas – im Wert von 19,8 Milliarden Euro

Kokerei- und Mineralölerzeugnisse – im Wert von 4,1 Milliarden Euro

Metalle – im Wert von 3 Milliarden Euro

Zahlreiche gemeinsame Projekte

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts setzen Deutschland und Russland kontinuierlich bilaterale Projekte um. Diese beziehen sich insbesondere auf den humanitären und kulturellen Bereich. So gab es das Russland-Jahr in Deutschland 2012 und in Russland das Deutschland-Jahr 2013. Sie standen unter dem Motto „Gemeinsam die Zukunft gestalten“. 2014 und 2015 ging es um die Sprache und Literatur, 2016 bis 2017 fanden Jugendaustausche statt. Regelmäßig kommen zudem der deutsch-russische Rat für jugendpolitische Zusammenarbeit, die Gemeinsame Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte, die Kommission für die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit sowie die deutsch-russische Regierungskommission für die Angelegenheit der Russlanddeutschen zusammen. Russische Übersetzer sorgen jeweils dafür, dass die Verständigung untereinander gut funktioniert.

Kontakte zwischen Deutschland und Russland

Obwohl im Zuge der Ukraine-Krise der Kurs Richtung Einfrieren der bilateralen Zusammenarbeit in manchen Bereichen eingeschlagen wurde, bleibt der Dialog mit Berlin erhalten. Es werden sowohl parlamentarische Kontakte gepflegt als auch zwischenbehördliche und dynamisch interregionale Beziehungen entwickelt. Dazu zählen:

Am 09. Mai 2015 besuchte Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier Wolgograd;

Angela Merkel suchte am 10. Mai 2015 am 70. Jahrestags des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg Moskau auf;

Die Bundeskanzlerin traf sich im Jahr 2016 zweimal mit dem Präsidenten der Russischen Föderation, außerdem telefonierten Sie elf Mal miteinander;

Am 02. Mai 2017 gab es einen Arbeitsbesuch von Angela Merkel in Sotschi; weiterhin fanden zahlreiche Telefongespräche statt;

Seit Anfang 2017 gab es mehrere Treffen und Telefonate von den Außenministern Deutschlands und Russlands.

Bild: Pixabay.com © Tomasz_Mikolajczyk CCO Public Domain Maschinen, Kfz-Teile und Pkws sind unsere wichtigsten Exportgüter.

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Erstellt:
8. Juli 2019, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
8. Juli 2019, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2019, 08:30 Uhr

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