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Rund 700 Besucher genossen bei der 16. Rottenburger Sommernachts-Klassik Musik und Kulinarisches
Lauschen und speisen unter blauem Himmel: Rottenburger Sommernachtsklassik am Samstag auf dem Marktplatz mit der Camerata Europeana Bild: Metz
Exquisites für Ohren und Gaumen

Rund 700 Besucher genossen bei der 16. Rottenburger Sommernachts-Klassik Musik und Kulinarisches

Am Samstagabend trug Rottenburg festlich-sommerlich. Zumindest die rund 700 Besucher der 16. Rottenburger Sommernachts-Klassik. Das Orchester Camerata Europeana unter der Leitung von Radoslaw Szulc spielte auf, Gastsolistin war die Geigerin Mila Georgieva.

01.08.2016
  • Werner Bauknecht

Rottenburg. Die Rottenburger und viele Gäste feierten ein Sommer(nachts)fest auf ihrem Marktplatz. Für den musikalischen Höhepunkt sorgte dabei das Internationale Orchester Camerata Europeana. Schon der Rahmen war edel: Im hinteren, westlichen Teil des Marktplatzes war auf weißen Tischtüchern exquisit angerichtet. Tische konnten vorab für vier Euro reserviert werden. Wie in den vergangenen Jahren waren die Tische komplett ausgebucht. Wer keinen Platz mehr fand, nahm seinen Teller und suchte eine Ablage auf den Schaufenstersimsen der umliegenden Geschäfte oder aß im Stehen.

Das Essensangebot war erlesen: Vorspeisenteller, Hähnchenbrustfilet oder Schwertfisch mit Gemüse und Reis, als Nachtisch gab es Tiramisu. Um acht Uhr war Hähnchenbrust bereits ausgegangen. Der kleine Brunnen vor der Kreissparkasse wurde zum Weinbrunnen, gekühlt lagen die Flaschen im Wasser. Den Brunnen hatte man mit Alufolie ausgekleidet, damit es appetitlicher aussah. Der vordere Teil des Marktplatzes war bestuhlt, 350 Sitzgelegenheiten gab es dort.

Der perfekte Anlass für Rottenburger, sich mal wieder locker zu treffen. „Mir hend uns schon lange nicht mehr gesehen, da gibt’s viel zom verzähle“, hieß es da.

International bekannter Dirigent und Violinist

Anlass war die von Bobby Baur und dem Kulturverein Zehntscheuer organisierte Sommernachtsklassik. Der Leiter des Orchesters, Radoslaw Szulc, ist unter anderem Leiter des Kammerorchesters des Bayrischen Rundfunks und darüber hinaus ein international anerkannter Dirigent und vortrefflicher Violinist. Ihm zur Seite stand Mila Georgieva, eine exzellente Geigerin, die mit den besten Dirigenten weltweit zusammengearbeitet hat. Und sie ist zudem Konzertmeisterin des Radiosinfonieorchesters Stuttgart.

Im zweiten Teil des Konzerts spielten beide Virtuosen gemeinsam Werke aus dem Barock, darunter Bachs Konzert für zwei Violinen und Orchester in d-Moll. Großartig, wie sie perfekt harmonierten, sich die Bälle zuspielten, sich solistisch abwechselten und sanft fließende Übergänge schufen. Höhepunkt war Pablo de Sarasates Navarra op. 33, „eines der am schwersten zu spielenden Violinenduette überhaupt“, wie Szulc ankündigte. „Drücken sie uns die Daumen, dass es gelingt.“ Ein Feuerwerk an technischen Kunststücken folgte. Die Violinen wurden bis in die höchsten Lagen hinauf gezupft und gestrichen – und das alles im fliegenden Wechsel.

Für die Zuschauer war das auch deshalb ein Genuss, weil die Instrumente perfekt ausgesteuert waren. Verantwortlich dafür war wie jedes Jahr Tonmeister Christoph Herr. Dabei blieb ihm nur wenig Zeit zur Einstimmung. „Nach maximal zehn Minuten Sonneneinstrahlung muss man den Soundcheck beenden. Die Instrumente leiden unter der Hitze.“ Herr war übrigens auch für das Feuerwerk am späten Abend zuständig.

Sympathieträger war eindeutig der Dirigent, der locker-leger auftrat und auch mal mit dem Publikum schäkerte. Viel Rottenburger Prominenz war gekommen, zum Beispiel der designierte Regierungspräsident Klaus Tappeser sowie die beiden Bürgermeister Volker Derbogen und Thomas Weigel.

Als es langsam dunkel wurde, zündeten die Gäste an den Tischen die Tischkerzen an. Ein kleines Lichtermeer, das da auf dem Marktplatz flackerte und die romantische Stimmung verstärkte. Manche Besucher hatten sich nicht auf die Gastronomie verlassen und ihr eigenes Essen und ihre Getränke in Rucksäcken mitgebracht.

Feuerwerk platzte in Beethovens Siebte

Mitten in Beethovens Sinfonie Nr. 7 platzte ein Feuerwerk im Osten Rottenburgs, dessen Böller bis zum Marktplatz zu hören waren. Dann, zum Ende des letzten Satzes der Beethoven-Sinfonie, ein Crescendo, und mit ohrenbetäubendem Krach begann das eigene, traditionelle Feuerwerk direkt über dem Dach der Bühne. Meterhohe Flammen schlugen nach oben, hinter dem Dom stiegen Raketen in den dunklen Nachthimmel. Erhebend und ein wahrer Augenschmaus. Riesenbeifall für das fulminant aufspielende Orchester. Als kleine Zugabe intonierte dieses Bachs „Air“.

Den Abend eingeläutet hatte übrigens das große Blechbläserensemble der Stadtkapelle Rottenburg unter Leitung von Tobias Maier. Mit dem ersten Satz der Feuerwerksmusik eröffneten sie, danach spielten sie Ausschnitte aus „Porgy und Bess“ oder Jazzstandards wie „Puttin‘ on the Ritz“. Sehr gelungen alles, und mit ihrem „James-Bond“-Thema präsentierten sie ein anspruchsvolles Orchesterwerk.

Am Schluss sagte ein Besucher zu Bobby Baur, er sei jedes Jahr beim Konzert gewesen, und stets sei es noch ein bisschen besser gewesen als im Vorjahr. „Ich werde schon eine Idee haben“, so Baur lachend, „wie wir uns nächstes Jahr wieder steigern können.“

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01.08.2016, 01:00 Uhr
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