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Shoppen mit Feuer und Eis

Rund 30 000 Besucher bummelten durch die Reutlinger Einkaufsnacht

Zu warm war es am Samstag bei der sechsten langen Einkaufsnacht von „Feuer und Eis“ wahrscheinlich nur den Skulpturen aus Eis. Doch trotz des nasskalten Wetters kamen rund 30 000 Besucher in die Reutlinger Innenstadt, um Ideen für Weihnachtsgeschenke zu sammeln, einzukaufen, Kunst aus Feuer und Eis zu bestaunen und sich Glühwein oder Zuckerwatte schmecken zu lassen.

25.11.2013

Von Siri Gögelmann

Reutlingen. 1,80 Meter hoch, 1,90 Meter lang und knapp eine Tonne schwer: Aus diesem Eisblock entstand im Laufe des Abends auf dem Marktplatz eine glitzernde Skulptur. Zunächst ließ der gefrorene Klotz noch einiges an Vermutungen zu, was aus ihm werden könnte. Doch nach dem Grobschliff war es eindeutig: ein Pferd mit erhobenem Kopf und wehender Mähne kam zum Vorschein.

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Kalte Kunst und Shoppen bis Mitternacht …

Zum sechsten Mal lud Reutlingen am Samstag zum Großspektal „Feuer und Eis“ in die Altstadt.

Sechs Künstler arbeiteten am Abend die Skulpturen aus Eisblöcken heraus.

Zehntausende aus Nah und Fern ließen sich das Spektakel nicht entgehen

Auf dem Marktplatz entstand eine Riesenfigur aus einem Eisblock zu Ehren des Marbacher Gestüts.

Bis Mitternacht konnte fast überall in der Altstadt eingekauft werden.

Auf dem Marktplatz herrschte bis tief in die Nacht ...

... ausgelassene Partystimmung.

Die Performance-Gruppe Pila Accendi …

… trat an mehreren Plätzen mit ihrer Feuershow auf.

Zum sechsten Mal lud Reutlingen am Samstag zum Großspektal „Feuer und Eis“ in die Altstadt.

Zum sechsten Mal lud Reutlingen am Samstag zum Großspektal „Feuer und Eis“ in die Altstadt.

Zum sechsten Mal lud Reutlingen am Samstag zum Großspektal „Feuer und Eis“ in die Altstadt.

Überall in der Stadt züngelten Flammen, wenn auch nicht alle echt waren.

Altes Gemäuer, neue Deko: Blick auf den vollen Marktplatz und den Spitalhof.

Rustikales Werkzeug: Der Eisbildhauer greift gerne mal zur Kettensäge.

Arbeit am Eis: Die Erschaffung der vergänglichen Skulpturen war ein Publikumsmagnet.

Das Pferd sei ein Hinweis auf das Jubiläum des Marbacher Haupt- und Landgestüts, erklärte Tanja Ulmer vom Stadtmarketing. Denn das Gestüt feiert nächstes Jahr sein 500-jähriges Bestehen. Der Vierbeiner war jedoch nicht das einzige eisige Tier an diesem Abend. Auch Elch, Delfin und Steinbock gehörten der gefrorenen Herde in der Reutlinger Innenstadt an. Aber auch Turnschuhe, Muscheln und Engel gab?s als Gefrorenes.

Etwa zweieinhalb Tonnen klares Eis habe das Ice-Team Thomas Tremml aus München mitgebracht, erzählte Richard Brandl, der in der Katharinenstraße einem Engel Gestalt gab. Mit Motorsäge, Stemmeisen und Fräser wurden die Figuren aus den Blöcken herausgearbeitet. Das dreidimensionale Denken sei bei seiner Arbeit besonders wichtig, so der Eiskünstler. Etwa zwei bis drei Stunden arbeiteten er und sein Kollege Werner Kristmann an dem Himmelsboten, dem am späten Abend bereits das Wasser von den Flügeln tropfte.

„Minusgrade wären natürlich optimal“, erklärte Brandl. Doch auch bei den heutigen Temperaturen sei Eiscarving möglich. Wahrscheinlich nicht nur eine frohe Botschaft für den Eisengel, sondern auch für die vielen Besucher/innen, die sich die kalten Hände an heißen Glühweintassen wärmten.

Warm wurde es einem auch bei den feurig-heißen Shows der Gruppe Pila Accendi. Wer in der erste Reihe stand wurde nicht nur von der gedrängt stehenden Menschenmenge hinter sich gewärmt, sondern auch durch die Feuerkunst vor sich. Mal sanft und anmutig, mal kämpferisch-gefährlich tanzte die 2001 von Thilo Häferer gegründete Gruppe mit brennenden Pois, Fächern, Fackeln und Stäben zu rhythmischem Trommeln. „Die Pois stammen aus Neuseeland und werden dort bei Festen und Ritualen genutzt“, erklärte Häferer die Hintergründe seiner Feuershow. Im aufblasbaren Riesen-Iglu auf dem Marktplatz wurde bei milden Temperaturen zu lauter Partymusik Glühwein ausgeschenkt, viel geschnattert und gelacht. Und wer es lieber kühler mochte, konnte sein Glück bei der Wunsch-Los-Aktion loseisen. Insgesamt 150 Kugeln mit jeweils zehn Losen waren in einem Eisblock eingefroren. Mit Handschuhen und Meißel mussten die Besucher ihre Gewinnchancen selbst aus dem Eis herausklopfen. Als Hauptgewinn wird am Reutlinger Mutscheltag am 9. Januar ein Wagen der Mercedes-Benz-A-Klasse verlost.

Wer sich nicht auf sein Glück verlassen wollte, konnte sich am Samstagabend seine Wünsche auch selbst erfüllen. Bis Mitternacht waren viele Läden in der geschmückten und in Rot-, Orange- und Grüntönen leuchtenden Innenstadt geöffnet. Vor allem viele junge Leute und Familien bummelten durch die Straßen und Geschäfte und schauten sich nach Weihnachtsgeschenken um. „Knapp 30 000 Besucher“, schätzt Ulmer, „sind am Samstag zur langen Einkaufsnacht gekommen.“ Letztes Jahr seien wahrscheinlich etwas mehr da gewesen, vermutet sie, „aber für das Wetter lief es doch ziemlich gut“.

Insgesamt zeigten sich die Organisator(inn)en zufrieden. Bereits ab 18.30 Uhr sei es voll geworden in der Stadt. „Ein gelungener Abend, und die Stimmung war gut“, resümiert Edgar Lehmann von der Einzelhändler-Interessengemeinschaft RT-Aktiv. Nicht nur die Besucher-, sondern auch die Verkaufszahlen hätten gestimmt. Außerdem, so Ulmer, „ist die Einkaufsnacht eine langfristige und nachhaltige Aktion“ für die Geschäfte. Das Entscheidende sei, die Menschen in die Stadt zu bekommen, meint auch Janna Blum von OWI, der Einzelhändler-Initiative in der Oberen Wilhelmstraße.

Am späten Abend wurde es vor allem rund um die Essensstände eng. Doch trotz der vielen Menschen war die Atmosphäre entspannt, und die allgemeine vorweihnachtliche Shoppinghektik blieb aus.

Online: Weitere Bilder von Feuer und Eis unter www.tagblatt.de.

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Erstellt:
25. November 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
25. November 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. November 2013, 12:00 Uhr

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