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Ruhrtriennale eröffnet mit „Alceste“

Fabelhafte Sänger, grandioses Orchester, mitreißender Chor – die Ruhrtriennale startet in musikalischer Höchstform. Simons' „Alceste“ aber wirft Fragen auf.

15.08.2016
  • DPA

Bochum. Begeistert ist in Bochum mit der Premiere von Glucks Oper „Alceste“ die Eröffnung der Ruhrtriennale gefeiert worden. Fast dreieinhalb Stunden dauerte Johan Simons' Inszenierung der italienischen Urfassung der selten gespielten Oper am Freitag.

Zehn Jahre nach David Pountneys spektakulärer Bühne zu „Die Soldaten“ dient Halle 1 der Jahrhunderthalle erneut als Spielort, der mit einer außergewöhnlichen Raumlösung überrascht: Leo de Nijs verwandelt den Boden in eine lange Spiegelfläche. Am Fußende steigt eine Zuschauertribüne steil nach oben, eine weitere zieht sich auf einer Seite flach an der Spielfläche entlang, gegenüber sitzt mittig das Orchester. Es gibt also diverse Perspektiven auf das Geschehen auf dem Spiegel, der wohl an den antiken Lethe-Fluss des Vergessens erinnern soll – was aus heutiger Sicht problematisch scheint. Denn es geht um den Freitod Alcestes, die mit ihrem Opfer einem rätselhaften Orakelspruch Genüge tun will, um ihren todkranken Gatten König Admeto zu retten.

Er wolle in dieser Spielzeit die europäischen Werte und ihre Wurzeln in der Aufklärung befragen, hatte Intendant Johan Simons vorab gesagt. Dass sein über drei Spielzeiten gespannter Slogan „Seid umschlungen“ zu einer Zerreißprobe werden würde, hatte er sicher nicht geahnt, als er das an Schillers „Ode an die Freude“ angelehnte Motto wählte.

Umso schwerer fällt es zu verstehen, wie Simons den Opfertod mit den europäischen Werten in Einklang bringen will. Gewiss war Christoph Willibald Gluck (1714-1787) nicht nur der große Opernreformator, der authentische Gefühle auf die Bühne brachte. Er war auch eine Schlüsselgestalt der Aufklärung, deren Errungenschaften Simons heute in Gefahr sieht. Aber wofür soll Alcestes Opfertod heute stehen?

Immerhin: Die Spannung halten hier René Jacobs und das grandiose B'Rock Orchestra, das fabelhafte Sängerensemble und der makellos singende, mitreißend spielende MusicAeterna-Chor aus dem russischen Perm. Das Solisten-Ensemble überragt Brigitte Christensen in der überaus schwierigen Titelrolle, die neben sicheren Spitzentönen auch eine profunde Tiefe verlangt. Das Fazit dieser musikalisch über jeden Zweifel erhabenen Aufführung jedoch bleibt zwiespältig, denn szenisch tritt der Abend oft auf der Stelle und bleibt in seiner These unklar.

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15.08.2016, 06:00 Uhr
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