Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Italienische Sambonet übernimmt Mitarbeiter, Marken und Patente

Rosenthal ist gerettet

Rosenthal, der international renommierte Porzellanhersteller aus Oberfranken, wird von der italienischen Besteckfirma Sambonet übernommen. Die Freude der 900 Mitarbeiter in Deutschland ist groß.

21.07.2009

Das Zittern hat ein Ende. Nach monatelangem Hoffen und Bangen ist gestern für die Beschäftigten in Selb und Speichersdorf (Landkreis Bayreuth) endlich die erlösende Nachricht gekommen. "Rosenthal ist gerettet ", verkündete Insolvenzverwalter Volker Böhm. Mit dem italienischen Besteckhersteller Sambonet Paderno übernimmt der Wunschkandidat den insolventen Porzellanhersteller mit seinen zuletzt noch 900 Arbeitsplätzen in Oberfranken. "Ich bin erleichtert und froh, dass endlich alles in trockenen Tüchern ist ", freut sich Gesamtbetriebsratsvorsitzende Marianne Wopperer auch für ihre Kolleginnen und Kollegen. Die Italiener wollen den gesamten Geschäftsbetrieb einschließlich aller Mitarbeiter, Markenrechte und Patente übernehmen und die beiden Produktionsstätten im strukturschwachen Osten Oberfrankens erhalten. Über ein halbes Jahr ist seit dem Insolvenzantrag Anfang Januar vergangen. Der Insolvenzverwalter musste eine Reihe von Hürden aus dem Weg räumen, bis der Vertrag mit dem italienischen Familienunternehmen unter Dach und Fach war. Zuletzt hatte noch der türkische Marktführer Kütahya Seramik Porselen für Verwirrung gesagt. Rosenthal hatte im Geschäftsjahr 2007/08 bei einem Umsatz von 162,6 Mio. EUR einen Verlust von 23 Mio. EUR verbucht. Um die Kosten zu senken, wurden noch im vergangenen Jahr 300 Arbeitsplätze abgebaut. Auf Druck des italienischen Investors musste Insolvenzverwalter Böhm Ende März 2009 weiteren 300 Beschäftigten kündigen. Trotz der Zusage des Freistaats Bayern, die Übernahme mit einer Bürgschaft der LfA-Förderbank abzusichern, drohten die Verhandlungen zu scheitern. Mitte Juni stimmte endlich auch der Hauptgläubiger, die Bank of America, dem Verkauf unter der Bedingung zu, dass der Kaufpreis von knapp 40 Mio. EUR bis Ende Juli bezahlt wird. Erleichterung auch bei Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil. "Es freut mich, dass in Bayern auch in Zukunft Porzellan der weltberühmten Marke Rosenthal produziert wird ", sagte Zeil zum erfolgreichen Abschluss der Gespräche. Das große internationale Renommee der Firma ist eng verknüpft mit Philip Rosenthal (1916-2001). Der Sohn des Firmengründers engagierte über 100 herausragende Künstler von Walter Gropius über Salvador Dali bis Friedensreich Hundertwasser. Der langjährige Vorstandschef und SPD-Bundestagsabgeordnete galt auch als Vorreiter für Vermögensbildung und Mitbestimmung in Deutschland. Nach dem irisch-britischen Konzern Waterford Wedgwood, der 1997 die Rosenthal-Mehrheit übernahm, hat nun Sambonet-Chef Pierluigi Coppo das Sagen. Oberbürgermeister Wolfgang Kreil ist noch skeptisch. "Es ist sicher gut, dass Rosenthal wieder in festen Händen ist, aber was diese Hände machen werden, ist der Mitteilung noch nicht zu entnehmen ", bemängelt Kreil die fehlende langfristige Arbeitsplatzgarantie. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.07.2009, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular