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Romane über Hooligans und Kinder im Koffer

Die Longlist des Deutschen Buchpreises steht. Aus 178 Romanen wählte eine Jury die 20 spannendsten aus. Der Gewinner wird im Oktober ermittelt.

24.08.2016
  • DPA

Frankfurt. Es sind Geschichten von Auflehnung und Aufbruch, von Flucht und Neubeginn, von letzten Fragen und düsteren Gegenwelten. Die 20 Titel, die in der ersten Runde für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert sind, haben kein gemeinsames Thema, aber vielleicht eine gemeinsame Grundstimmung. Anders als in früheren Jahren sind keine megadicken Wälzer dabei, viele Bücher sind sogar auffällig schmal.

Darunter finden sich Epochenromane wie Gerhard Falkners „Apollokalypse“ über die 80er und 90er Jahre, Gesellschaftspanoramen wie Ernst-Wilhelm Händlers „München“, Familiengeschichten wie Reinhard Kaiser-Mühleckers Brüderdrama „Fremde Seele, dunkler Wald“. Und in vielen Büchern geht es um Wendepunkte im Leben – erzählt aus männlicher Sicht von Bodo Kirchhoff („Widerfahrnis“) und Michael Kumpfmüller („Die Erziehung des Mannes“), aus weiblicher Perspektive von Katja Lange-Müller („Drehtür“), Dagmar Leupold („Die Witwen“) oder Anna Weidenholzer („Weshalb die Herren Seesterne tragen“). Die Helden und Heldinnen brechen auf, brechen aus, sie suchen das Glück und erfinden sich neu.

Nicht alles ist leichte Kost. Thomas von Steinaecker entwirft in seiner „Verteidigung des Paradieses“ die Anti-Utopie einer verwüsteten Welt ohne Menschlichkeit. Thomas Melle berichtet in „Die Welt im Rücken“ von seiner manisch-depressiven Erkrankung. In Hans Platzgumers „Am Rand“ geht es um Extremsituationen und die Sehnsucht nach dem Glück im Tod.

Zwischen etablierten und vielfach ausgezeichneten Autoren wie Arnold Stadler und Peter Stamm finden sich spannende Neuentdeckungen: Die 1990 geborene Schweizerin Michelle Steinbeck hat mit „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“ viel gewagt und sofort gewonnen. Ihr Debüt über eine fantastische Reise mit einem toten Kind in einem Koffer gehört seit vergangenem Herbst zu den 20 besten deutschsprachigen Neuerscheinungen. Philipp Winkler (Jahrgang 1986) widmet sich in seinem Erstlingsroman „Hool“ einer Szene, die in der deutschen Literatur noch kaum vorkam: den Hooligans. Das Buch, findet sein Verlag, stehe dennoch „in einer großen Literaturtradition“, die zum Ziel hat, „denen eine Sprache zu geben, die keine haben“.

„Ein ausgezeichneter Jahrgang“, urteilt Jury-Sprecher Christoph Schröder. Die Bücher hätten thematisch und stilistisch „eine ungeheuere Bandbreite“. Seit März hat der Frankfurter Kritiker zur Vorbereitung der Buchpreis-Vergabe täglich zwei bis drei Stunden gelesen, vor den Jurysitzungen 12 bis 14 Stunden am Tag: „Das war toll!“ 178 Titel haben die sieben Juroren durchgesiebt, bevor die Longlist stand.

Bis 20. September wird sie zu einer Shortlist von sechs Romanen zusammengestrichen. Am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, am 17. Oktober, steht fest, welcher Autor die 25 000 Euro Preisgeld bekommt.

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24.08.2016, 06:00 Uhr
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