Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Rohingya fliehen in Massen nach Bangladesch
Erste Schritte im neuen Land: Rohingya aus Myanmar nach ihrer Flucht in Bangladesch. Foto: Getty Images
Myanmar

Rohingya fliehen in Massen nach Bangladesch

Immer brutaler gehen Milizen gegen die muslimische Minderheit vor. Regierungschefin Suu Kyi wiegelt mit ihrem Terrorismusvorwurf die Menschen weiter auf.

09.09.2017
  • DPA/EPD

Genf. Die Gewaltwelle in der Unruheregion Rakhine in Myanmar hat schon mehr als eine Viertelmillion Menschen in die Flucht getrieben. In Bangladesch seien in den vergangenen zwei Wochen mindestens 270 000 Muslime aus dem Nachbarland eingetroffen, berichten die Vereinten Nationen in Genf. Das sind rund 100 000 mehr als bislang angenommen. Der Grund: Viele Menschen kampierten an Straßen und in Feldern, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

Die Rohingya sind eine im überwiegend buddhistischen Myanmar in Südostasien verfolgte muslimische Minderheit. Sie werden als illegale Einwanderer gesehen, obwohl sie seit Jahrzehnten in Birma leben. Seit ihnen 1982 die Staatsbürgerschaft entzogen wurde, sind sie staatenlos. Auch das überwiegend muslimische Nachbarland Bangladesch will die Rohingya nicht haben. Nach dem aktuellen Gewaltausbruch verstärkte das Land zunächst die Sicherheit an seiner Grenze. Dutzende Rohingya ertranken bei dem Versuch, den Grenzfluss Naf zu überqueren.

Desmond Tutu schaltet sich ein

Die neue Krise hatte Ende August ihren Ausgang genommen, als Kämpfer einer Rebellengruppe namens Arakan Rohingya Salvation Army in Myanmars Nordwesten etwa 30 Polizei- und Militärposten überfielen. Seither ist im Bundesland Rakhine, wo fast alle der mehr als eine Million Muslime leben, eine „Säuberungsaktion“ im Gange. Hunderte Menschen sollen getötet worden sein. Die Gegend ist weiträumig abgeriegelt. Geflüchtete berichten, dass ihre Häuser abgebrannt und Familienangehörige erschossen worden seien. Überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. Die Vereinten Nationen haben keinen Zugang zur Region.

Myanmars Regierungschefin Aung San Suu Kyi machte „Terroristen“ für die neue Welle der Gewalt verantwortlich. Der Regierung zufolge hatten Rohingya Polizei- und Militärposten angegriffen. Nach deren Darstellung ging die Gewalt von Sicherheitskräften aus.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat Myanmars Regierungschefin in einem drastischen Appell aufgefordert, sich für ein Ende der Gewalt gegen die muslimische Minderheit einzusetzen. Bilder und Berichte über den „Horror“ im Norden Myanmars erfüllten sein Herz mit „Schmerz und Furcht“, erklärte der frühere Erzbischof von Kapstadt. Suu Kyi müsse einschreiten und ihr Volk wieder auf den Pfad der Gerechtigkeit zurückführen, erklärte der 85-jährige frühere Anti-Apartheid-Kämpfer, der sich zuletzt nur noch selten zu politischen Themen geäußert hat. Suu Kyi führt in dem mehrheitlich buddhistischen südostasiatischen Land seit vergangenem Jahr als „Staatsrätin“ praktisch die Regierung. dpa/epd

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

09.09.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular