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Rivalen verschleppen Sohn von „El Chapo“
El Chapo (oben) und sein Sohn auf einem Fahndungsfoto. Foto: dpa
Angriff auf „La Familia“

Rivalen verschleppen Sohn von „El Chapo“

Die Drogenkartelle in Mexiko machen im Konkurrenzkampf auch vor Familien nicht halt. Bewaffnete entführten den Sohn des Drogenbosses „El Chapo“.

18.08.2016
  • DENNIS DÜTTMANN, DPA

Puerto Vallarta. Kampfansage in der mexikanischen Unterwelt: Als das Kommando in den frühen Morgenstunden das Restaurant „La Leche“ im Badeort Puerto Vallarta stürmt, haben die schwer Bewaffneten es auf den Kronprinzen des Sinaloa-Kartells abgesehen. Die Frauen lassen sie gehen, die Männer treiben sie in die Geländewagen. Der Hauptpreis: Jesús Alfredo Guzmán, der Sohn des inhaftierten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán. „Wir konnten vier der Entführten identifizieren. Unter ihnen ist Jesús Alfredo Guzmán Salazar, 29 Jahre, Sohn von Joaquín Guzmán Loera“, sagt der Staatsanwalt des Bundesstaates Jalisco, Eduardo Almaguer.

Hinter der Entführung steckt wohl das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación. Die Bande war einst mit dem Sinaloa-Kartell verbündet. Zuletzt mehrten sich allerdings die Hinweise auf einen Bruch der Allianz. Die Entführung von Guzmán Junior ist ein Schlag ins Gesicht der einstigen Alliierten.

Das Kartell Jalisco Nueva Generación hat seinen Einfluss erheblich ausgebaut und gehört zu den mächtigsten Verbrecherbanden des Landes. Besonders viel Respekt vor den Angehörigen des einst wohl mächtigsten Drogenbosses der Welt scheinen sie nicht zu haben. „El Chapo“ war nach einem spektakulären Gefängnisausbruch im Januar erneut verhaftet worden und wartet auf seine Auslieferung in die USA.

Um eine neue Flucht zu verhindern, wurde er in ein Gefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA verlegt. Dort muss der Chef des Sinaloa-Kartells ständig die Zelle wechseln. Inwiefern er aus dem Gefängnis seine Geschäfte führen kann, ist fraglich. Seit seiner Festnahme wird das Sinaloa-Kartell wohl von Ismael Zambada García alias „El Mayo“ und seinen Söhnen geführt. Jesús Alfredo Guzmán Salazar und sein Bruder Ivan Archivaldo Guzmán Salazar hatten schon zuvor Schlüsselpositionen inne und dürften nach der Verhaftung ihres Vaters aufgestiegen sein. In den USA wurde gegen beide Anklage wegen Drogenhandels erhoben.

Das Cártel Jalisco Nueva Generación hat jetzt offenbar die vermeintliche Schwäche des Sinaloa-Kartells ausgenutzt. „Die Attacke dürfte das bislang dramatischste Aufflackern des schwelenden Konflikts zwischen den beiden Gruppen sein“, schreiben die Analysten des Nachrichtenportals Insight Crime. Zuletzt hieß es, dass das Cártel Jalisco Nueva Generación versucht, dem Sinaloa-Kartell die Kontrolle über Tijuana zu entreißen. Auch im Bundesstaat Colima sollen die beiden Verbrechersyndikate aneinander geraten sein. Die Entführung des Sohns eines Verbrecherbosses ist auch ein Angriff auf Familie und Ehre. Die Antwort des Sinaloa-Kartells dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

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18.08.2016, 06:00 Uhr
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