Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

In acht Jahren einmal um die Welt

Rita und Freddy Reck haben sich ihren Lebenstraum erfüllt

Rita und Freddy Reck haben sich ihren Lebenstraum erfüllt. Mit einem Expeditionsmobil reisten sie durch fünf Kontinente. An ihrem Stand bei der CMT lassen sie die Besucher an ihrem Lebenstraum teilhaben.

18.01.2013

Von JAN-PHILIPP SCHÜTZE

Stuttgart Der 11. Januar 2004 wird Freddy Reck für immer in Erinnerung bleiben. Es war der Tag, an dem der Ludwigsburger sich daran machte, sich seinen lange gehegten Lebenstraum zu erfüllen. Gemeinsam mit Ehefrau Rita und Hund Simba im Gepäck brach Reck zu einer ganz besonderen Reise auf, die das Ehepaar in sieben Jahren und acht Monaten durch 56 Länder und fünf Kontinente führen sollte.

Der Wunsch, einmal in seinem Leben rund um den Globus zu reisen, keimte bei Reck schon im Kindesalter auf. Dennoch sollte es ein halbes Jahrhundert dauern, ehe der studierte Maschinenbauer und selbstständige Werbefilmer seinen Kindheitstraum verwirklichen konnte. Mit einem für die Weltreise umgebauten Off-Road-Fahrzeug machte sich das Ehepaar im Januar 2004 von Ludwigsburg aus Richtung Süden auf. Innerhalb von fast acht Jahren legten sie 240 000 Kilometer zurück und sammelten zahllose spannende und einzigartige Eindrücke.

Die erste Herausforderung stellte die sengende Hitze in der Sahara dar. Unterstützt von GPS ging es durch den Wüstensand, weiter nach Togo, Benin und Nigeria, immer Richtung Kapstadt. Von der Spitze des Schwarzen Kontinents aus sollte es im Frühjahr 2006 weiter nach Argentinien gehen. Während das Expeditionsmobil verschifft wurde, wählte Freddy Reck den Luftweg. Seine Frau und Hund Simba blieben zunächst in Südafrika zurück. Doch während des Fluges über den Atlantik fing ein Triebwerk Feuer, der Flieger musste umkehren und in Kapstadt notlanden. Aber Reck wagte einen zweiten Anlauf und landete schließlich wohlbehalten in Buenos Aires, wo er, kaum dass er sein Fahrzeug in Empfang genommen hatte, mitten in der Nacht von Räubern überfallen und halb totgeprügelt wurde. "Mein Genick war angebrochen", erinnert er sich, "im Krankenhaus bin ich auf einem Seziertisch aufgewacht und vor lauter Schreck gleich wieder ohnmächtig geworden." Von diesen lebensbedrohlichen Ereignissen hat sich der Weltenbummler allerdings nie einschüchtern lassen. "Wenn 51 Prozent der Erinnerungen gut waren, dann war es zu 100 Prozent eine tolle Reise", ist er überzeugt. Und seine Frau fügt hinzu: "Man wächst mit den Aufgaben. Irgendwo tut sich immer wieder ein neuer Weg auf, man muss ihn nur finden."

Über Chile, Peru, Bolivien und Ecuador ging die Reise bis nach Alaska weiter, ehe das Ehepaar mit dem Schiff nach Asien übersetzte und von dort aus die Ostküste Indiens anpeilte. Über Nepal, Pakistan und den Iran erreichten sie schließlich die Türkei und zum Schluss am 11. September 2011 auch wieder das heimische Ludwigsburg.

In Erinnerung geblieben ist ihnen vor allem die Gastfreundschaft. "Egal wo wir hinkamen, wir wurden überall herzlich aufgenommen", sagt Reck. "Der Familienverbund, die Menschlichkeit, das ist in anderen Ländern viel stärker ausgeprägt als bei uns in Deutschland. Zum Beispiel die Menschen in Afrika. Die haben nichts, aber geben noch das Letzte für dich." Wichtig sei es ihm gewesen, immer offen auf Fremde zuzugehen. Dazu müsse man nicht zwangsläufig die jeweilige Landessprache beherrschen. "Die Sprache des Herzens ist viel stärker", betont Reck. Mehr als 800 Stunden Filmmaterial hat er unterwegs aufgenommen. Die daraus entstandene Dokumentation zeigt der heute 65-Jährige regelmäßig bei öffentlichen Vorführungen. Trotz mancher Entbehrung als "Nomade" glüht in Freddy Reck schon wieder das Fernweh. Im April 2014 soll es erneut losgehen, dieses Mal "nur" nach Südamerika. Auch Rita wird wieder mit dabei sein. "Ich würde ihn niemals alleine gehen lassen."

Freddy und Rita Reck lassen CMT-Besucher an ihrer Weltreise teilhaben. Foto: Jan-Philipp Schütze

Zum Artikel

Erstellt:
18. Januar 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
18. Januar 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2013, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+