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„Risikogruppe wächst“
Anne Sliwka von der Uni Heidelberg. Foto: Privat
Interview · Anne Sliwka

„Risikogruppe wächst“

Baden-Württembergs Schulen brauchen mehr Qualitätsmanagement, sagt die Heidelberger Bildungsforscherin Anne Sliwka. Sie forscht gerade im australischen Adelaide, wo wir sie per Mail erreichen und befragen konnten.

11.09.2017
  • AXEL HABERMEHL

Frau Sliwka, heute beginnt in Baden-Württemberg die Schule. Wo steht das Land im Bundesvergleich?

Anne Sliwka: Es gibt viel zu tun in Sachen Qualitätsmanagement von Schulen. Den Studien der letzten Jahre zufolge rutscht Baden-Württemberg von einer Spitzenposition ins Mittelfeld ab.

Wo liegen die größten Probleme?

Baden-Württemberg hat spät erkannt, dass diagnostische Daten viel stärker genutzt werden müssen, um einzelne Schüler gezielt in Deutsch und Mathematik zu fördern. Die „Risikogruppe“, also diejenigen, die die zentralen Standards nicht erreichen, wächst. Es kommt jetzt darauf an, dass wir Strukturen schaffen, damit diese Kinder nicht durchs Netz fallen.

Es herrscht großer Lehrermangel, Unterrichtsausfall droht. Sind Qualitätsdebatten da nicht Makulatur?

Der Lehrermangel an bestimmten Schularten ist derzeit in fast allen Bundesländern ein großes Problem. Das muss jetzt kurzfristig bearbeitet werden. Das Ministerium hat ja eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen. Mit der Neuausrichtung im Qualitätsmanagement bearbeiten wir das Ziel, die Schulqualität nachhaltig zu sichern. Sowohl international als auch in Deutschland gibt es Schulsysteme, die im Qualitätsmanagement weiter sind als wir.

Sie forschen derzeit in Adelaide über Lehrerlaufbahnen. Was können wir von den Australiern lernen?

Australien hat ähnliche Probleme wie Deutschland. Der Lehrerberuf wurde hier viele Jahre als nicht attraktiv angesehen. Und die Schere zwischen den leistungsschwächsten und leistungsstärksten Schülern geht weit auseinander. Jetzt versucht man, von den Weltklasse-Schulsystemen in Kanada und Singapur zu lernen. Australien hat eine vierstufige Karriereleiter für Lehrkräfte eingeführt. Es gibt strukturierte Fortbildungsangebote und starke Entwicklungsanreize für Lehrer, die bis zum Rentenalter unterrichten möchten. Sie sollen ihre berufliche Entwicklung über die Lebensspanne als echte Lernkurve erleben. Davon können wir einiges lernen für Deutschland. hab

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11.09.2017, 06:00 Uhr
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