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Riesen-Coup in Museum
Zu schwer für die Hosentasche: Die gewaltige Goldmünze „Big Maple Leaf“ im Bode-Museum. Foto: dpa
Verbrechen

Riesen-Coup in Museum

Ganoven haben die größte Goldmünze der Welt aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Wie sie das 100 Kilo schwere Geldstück abschleppten, ist unklar.

28.03.2017
  • DPA

Berlin. Eine Münze so schwer wie vier Zementsäcke und ungefähr so groß wie ein Autoreifen: Bei einem spektakulären Millionencoup auf der Berliner Museumsinsel haben Diebe in der Nacht zu Montag eine kanadische Goldmünze mit einem geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro gestohlen. Die 100 Kilo schwere „Big Maple Leaf“ mit dem Bild von Königin Elizabeth II. hat einen Nennwert von einer Million kanadischer Dollar (700 000 Euro). Die Kostbarkeit aus dem Jahr 2007 hat laut Polizei einen Durchmesser von 53 Zentimeter und ist drei Zentimeter dick. Die Ermittler gehen davon aus, dass es den Tätern um den Goldwert ging.

Die Diebe drangen durch ein Fenster in das Bode-Museum zwischen Bahngleisen und zwei Spree-Armen ein. Eine Etage höher brachen sie nach Polizeiangaben eine Vitrine aus Panzerglas auf und verschwanden mit ihrer Beute. Nach Angaben der Staatlichen Museen Berlin war das Stück seit 2010 als private Leihgabe im Münzkabinett.

Wie ein Polizeisprecher weiter sagte, seien die Diebe wohl zwischen 3.20 und 3.45 Uhr über die Bahntrasse gekommen, die wenige Meter am Museumsgebäude vorbeiführt. An den Gleisen habe man auch eine Leiter gefunden. Vermutlich hätten die Täter die Leiter auf einen Sockel des Gebäudes gestellt. Auf dem gleichen Weg seien sie dann wohl in Richtung Hackescher Markt über die Gleise entkommen. Wie sie den Alarm umgehen und ihre zwei Zentner schwere Beute transportieren konnten, blieb zunächst unklar. Wegen des Gewichts der Münze geht die Polizei von mehreren Tätern aus.

Ob die Diebe dabei beobachtet wurden oder die Alarmanlage anschlug, wollte die Polizei aus Ermittlungsgründen nicht sagen. Die Umgebung wird von Polizisten überwacht, da Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber der Museumsinsel wohnt. Der Blick von Merkels Wohnhaus zum Tatort wird allerdings von der Bahnbrücke versperrt.

Spezialisten für Kunstdelikte des Berliner Landeskriminalamts haben die Ermittlungen übernommen. Der umliegende Bahnverkehr sei knapp zwei Stunden lang gesperrt worden. Am Bode-Museum rollen die S-Bahnen ebenso wie Regional- und Fernzüge vorbei.

Die „Big Maple Leaf“ mit 99,999 Prozent Reinheitsgehalt wurde 2007 von der Royal Canadian Mint, der königlichen kanadischen Münze, geprägt. Davon gibt es weltweit nur fünf Exemplare, die von Investoren gekauft wurden, da Gold als besonders sicheres Anlageobjekt gilt. Die Vorderseite der Riesenmünze zeigt drei Ahornblätter, Symbole des Prägelandes Kanada.

Das Bode-Museum beherbergt vor allem Skulpturen, hat aber auch eine große Münzsammlung. Zur Zeit wird dort die Ausstellung „Muse, Macht, Moneten“ über die Rolle von Geld in der Kunst gezeigt.

Ob Krügerrand oder historische Stücke – immer wieder erbeuten Diebe wertvolle Münzen. Im vergangenen Jahr stahlen Unbekannte Goldmünzen im Wert von 420 000 Euro aus einem Büro- und Wohngebäude in Bremen. Der Gold-Krügerrand ist nicht nur dekorativ, sondern auch als legales Zahlungsmittel eine steuerfreie Anlage. dpa

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28.03.2017, 06:00 Uhr
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