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Solidarität

Rettung nur mit Stammzellenspende

Die 32-jährige Angela Wehrmann ist an Leukämie erkrankt. Eine Typisierungsaktion am Sonntag soll den möglichen Lebensretter finden.

28.04.2018

Von Klaus Stifel

Angela Wehrmann Bild: DKMS

Vor einem Monat bekam die zweifache Mutter, Lehrerin und SVR-Sporttrainerin die Diagnose: Blutkrebs (Leukämie). Die 32-jährige kann nur überleben, wenn es irgendwo einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen gibt und der auch noch zu einer Spende von Stammzellen bereit ist. Bislang sei die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ für Angela Wehrmann erfolglos verlaufen, berichtet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Tübingen. Derzeit befindet sich Wehrmann in der Klinik, wo sie mit starken Medikamenten behandelt wird.

Rangendingens Bürgermeister Johann Widmaier und der Sportverein Rangendingen sind die treibenden Kräfte, die für den morgigen Sonntag, 29. April, von 11 bis 16 Uhr eine Typisierungsaktion organisieren. Widmaier stellte dafür die Festhalle kostenlos zur Verfügung. „Ich bin bereits seit vielen Jahren typisiert“, sagte er; „ich finde es sehr wichtig, dass sich möglichst viele Menschen registrieren lassen, um anderen die Chance zum Leben geben.“

Jede/r Gesunde zwischen 17 und 55 Jahren kann sich typisieren lassen und möglicherweise zum Lebensretter werden. Auf Anhieb fand Theresa Binder, die im Sportverein aktiv ist, 80 freiwillige Helfer. Sie kommen von überall her: aus allen örtlichen Vereinen, Bekannten- und Freundeskreisen. Auch viele Leute aus der Umgebung hätten sich zur Mitarbeit bereiterklärt, berichtet Binder.

Bei Theresa Binder laufen so ziemlich alle Fäden zusammen. Rasch erstellte sie die Werbung für die Typisierungsaktion. Flyer und Schilder entwarf sie zusammen mit der Grafikerin Isabell Bilger aus Bietenhausen, die dafür kein Honorar verlangte. Kräftig geworben wird im Bereich Hechingen, Rottenburg, Tübingen und in den sozialen Medien. In den Flyern heißt es: „Angi ist eine grenzenlose Optimistin, Sportskanone und ein Familienmensch. Sie liebt Bewegung, die frische Luft und hat meistens ein Lächeln auf den Lippen. Zumba tanzen ist ihre große Leidenschaft. Doch auf das muss Angi aktuell verzichten.“

Betroffen sind auch die Kollegen und Schüler an der Gemeinschaftsschule Rangendingen/Hirrlingen. Seit sechs Jahren ist Angela Wehrmann dort Lehrerin, berichtet Rektorin Andrea Jetter. „Wir unterstützen unsere junge Kollegin so gut es geht und sind bei ihr“, fügt sie hinzu. Sekretärin Petra Vötsch und Lehrerin Dorothea Wolf nahmen an der Info-Veranstaltung des Sportvereins teil und vertreten in der Initiativgruppe die Rangendinger Schule. Schüler verkaufen Getränke, Kaffee, Kuchen, Rote Würste und backen Waffeln. Der Erlös geht ungeschmälert als Spende direkt an die DKMS. Denn die Registrierung eines Spendebereiten kostet 35 Euro.

Die DKMS-Typisierungsaktion geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung erfolgt beim Spender ein Abstrich der Wangenschleimhaut mit einem Wattestäbchen. Das ist schon alles. Theresa Binder rechnet mit ein paar Hundert Stammzellspendern, die in die Rangendinger Festhalle kommen. Sie appelliert ebenso an Spender, die bereits erfasst sind: „Auch mit Geldspenden können diese Menschen Leben retten.“

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Erstellt:
28. April 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
28. April 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. April 2018, 01:00 Uhr

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