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Soziales

Rentenkassen sind noch gut gefüllt

Nur bis 2024 reicht der heutige Beitragssatz, um das Versorgungsniveau zu halten. Wie es dann weitergeht, ist offen.

19.11.2019

Von Dieter Keller

Berlin. Die „doppelte Haltelinie“ in der Rentenversicherung funktioniert, freut sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angesichts des neuen Rentenversicherungsberichts, der am Montag vom Bundeskabinett beschlossen wurde: Das Rentenniveau sinkt in den nächsten Jahren nicht, und der Beitragssatz muss erst 2025 erhöht werden. Der Bericht wird erst Ende nächster Woche veröffentlicht, er liegt unserer Zeitung bereits vor.

Schon im Jahr 2021 greift erstmals die Haltelinie, die dafür sorgt, dass das Rentenniveau in den nächsten Jahren nicht unter 48 Prozent fällt: Die Renten werden voraussichtlich etwas stärker erhöht, als es die Lohnentwicklung hergibt. Maßstab dafür ist der „Standardrentner“, der 45 Jahre lang gearbeitet und immer durchschnittlich verdient hat.

Der Beitragssatz von 18,6 Prozent bleibt vermutlich bis 2024 unverändert. 2025 muss er auf 19,8 Prozent erhöht werden. Damit läge er noch knapp unter der „Haltelinie“ von 20 Prozent.

Danach allerdings drohen massive Probleme: Bis 2033 muss der Beitragssatz auf 21,9 Prozent steigen. Gleichzeitig sinkt das Rentenniveau auf 44,5 Prozent. Ein Versorgungsniveau von 52 Prozent, wie es noch vor zehn Jahren normal war, erreicht nur, wer zusätzlich eine Riester-Rente abgeschlossen hat. Dies mache deutlich, „dass die gesetzliche Rente zukünftig alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen“, heißt es im Bericht.

Die Rentenerhöhung soll längerfristig etwa 2,2 Prozent pro Jahr betragen. Am 1. Juli 2020 fällt sie mit voraussichtlich 3,1 Prozent im Westen und 3,9 Prozent im Osten deutlich höher aus.

Entlastung für Betriebsrentner

Das Kabinett brachte auch die Entlastung der Betriebsrentner auf den parlamentarischen Weg, die der Koalitionsausschuss vor einer Woche beschlossen hatte: Sie müssen ab Anfang 2020 weniger Beitrag zur Krankenversicherung zahlen. Denn die derzeitige Freigrenze wird in einen Freibetrag von 159 Euro im Monat umgewandelt. In seinen Genuss kommt auch, wer eine höhere Betriebsrente bezieht: Nur noch für die Summe, die über dem Freibetrag liegt, fallen Beiträge an. Anders sieht es bei der Pflegeversicherung aus. Da bleibt es bei der Freigrenze. Wer auch nur einen Cent über ihr liegt, muss für die ganze Summe Beiträge zahlen.

Schließlich billigte das Kabinett, dass der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung Anfang 2020 von 2,5 auf 2,4 Prozent sinkt. Dies ist bis Ende 2022 begrenzt.

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Erstellt:
19. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 06:00 Uhr

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