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Mobilität

Rekordjahr für das Kraftfahrzeuggewerbe

Trotz guter Zahlen sorgt das geplante Dieselfahrverbot für Unmut beim Verband.

03.03.2017
  • ANNE LAASS

Stuttgart. Rekorde haben das Autojahr 2016 geprägt. Einer davon ist ein „Rekord-Ärger“, wie Harry Brambach, Präsident des baden-württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, sagt. Gemeint ist das geplante Fahrverbot für Dieselfahrzeuge und die anhaltende Feinstaubdebatte.

Diesen Ärger würde es nicht geben, „wenn aus den Auspuffanlagen nur das an Schadstoffen käme, was auf dem Papier steht“. Brambach sieht die Hersteller und nicht die Dieselbesitzer in der Pflicht. Kritisch äußerte sich auch Bosch-Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe bereits mit ihm telefoniert und wolle demnächst ausführlich mit ihm reden, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Niemand habe ein Interesse daran, die Dieseltechnologie zu verteufeln. Die Politik müsse wegen der hohen Schadstoffbelastung aber tätig werden.

Fehrenbach gehört zum wirtschaftspolitischen Beraterkreis von Kretschmann. Zugleich ist Bosch stark in der Diesel-Technologie engagiert. Die grün-schwarze Landesregierung hatte sich geeinigt, ab 2018 bei extrem hoher Schadstoffbelastung zentrale Straßen im Talkessel von Stuttgart für viele Diesel-Fahrzeuge zu sperren. Betroffen sind Fahrzeuge, die nicht die strengste Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Damit würden Dieselbesitzer zu Opfern, die bereits auf dem Gebrauchtwagenhandel einen Preisrückgänge von bis zu 15 Prozent hätten.

Trotz Dieselgate hat sich die Zahl der verkauften Fahrzeuge auf 459 411 erhöht.

Einen weiteren Rekord verzeichnete der Gebrauchtwagenmarkt, der erstmals die Ein-Millionen-Marke knackte. Privatleute und Firmen gaben im vergangenen Jahr 31 Mrd. EUR für Autos aus. 24 Mrd. EUR flossen in die Autohäuser und dem Service der Werkstätten. Das ergab ein Umsatzplus von 12,8 Prozent.

Für das Jahr 2017 erwartet Brambach einen Rückgang der Neuzulassungen. Das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe rechnet nur mit einem moderaten Anstieg beim Verkauf von E-Autos. Und fordert, dass weitere alternative Antriebstechnologien gefördert werden sollten. Anne Laaß/dpa

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03.03.2017, 06:00 Uhr
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