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Rekordinvestition in Erneuerbare Energie
Erneuerbare Energien - wie hier eine Solaranlage - sind gefragt. Foto: dpa
Anteil an der weltweiten Stromerzeugung steigt aber nur leicht

Rekordinvestition in Erneuerbare Energie

Weltweit stiegen die Investitionen in Erneuerbare um 5 Prozent auf den Rekord von 286 Mrd. Dollar. Erstmals überholten im vergangenen Jahr die Entwicklungs- und Schwellenländer die Industrienationen.

29.03.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Erstmals überhaupt lag der Anteil der Erneuerbaren Energie an weltweit neu gebauten Anlagen zur Stromerzeugung im vergangenen Jahr mit 53 Prozent und 135 Gigawatt bei mehr als der Hälfte. Mit 286 Mrd. Dollar (256 Mrd. EUR) wurde so viel wie nie zuvor in neue Anlagen zur Gewinnung von Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie gesteckt wie 2015.

Gleichwohl ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten weltweiten Strom-Erzeugung nur von 9,1 auf 10,3 Prozent gestiegen. "Das ist angesichts der Rekordinvestitionen ernüchternd. Der Strukturwandel ist zwar in vollem Gange, aber er ist doch ganz schön träge", sagt Ulf Moslener, Professor für die Finanzierung nachhaltiger Energien an der Frankfurt School of Finance. Zum zehnten Mal präsentierte er den Bericht über Investitionen in erneuerbare Energien, den Frankfurt School, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Finanzdienstleister Bloomberg gemeinsam erarbeiten.

Der Trend in Richtung sauberer nachhaltiger Energien hält aber Moslener zufolge trotz der dramatischen gesunkenen Öl- und Kohlepreise an. "Rund um den Globus wurde mit 286 Mrd. n Dollar mehr als doppelt so viel in neue Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien und in Solar-Kleinanlagen investiert als in neue Kohle- und Gaskraftwerke zusammen. Das ist sehr erfreulich. Erneuerbare stecken nicht mehr in der Nische." 161 Mrd. Dollar (144 Mrd. EUR) wurden in neue Solaranlagen gesteckt, 110 Mrd. Dollar (98,54 Mrd. EUR) in Wind-Kraftwerke.

Erstmals auch wurde für solche Investitionen mit 156 Mrd. Dollar (139 Mrd. EUR) in den Schwellen- und Entwicklungsländern mehr ausgegeben als in den Industriestaaten mit 130 Mrd. Dollar (116,4 Mrd. EUR). Treiber waren China, Indien, Südafrika, Mexiko und Chile.

Allein die Chinesen gaben 2015 für Kraftwerke und Anlagen, die sich aus Sonne und Wind speisen, 103 Mrd. Dollar (92,2 Mrd. EUR) aus. In keinem anderen Land wird so viel Geld für den Zubau von erneuerbarer Energie ausgegeben wie China - nach Angaben von Moslener auf starken Druck der Regierung in Peking, die unter anderem die Banken anweise, bevorzugt Kredite für Wind- und Solaranlagen zu gewähren.

In Deutschland dagegen sind die Investitionen in Wind, Solar, Wasser und Biomasse 2015 dramatisch eingebrochen. 8,5 Mrd. Dollar (7,6 Mrd. EUR) bedeuten einen Rückgang um 47 Prozent. "Das waren die geringsten Investitionen seit zwölf Jahren, der Solarboom hat sich stark abgeschwächt", klagt Moslener. Er macht dafür vor allem die Unsicherheit über die weitere Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energien verantwortlich. Das bremse das Interesse an kleinen Solar-Anlagen auf Hausdächern.

Allerdings werden die Ausgaben auch durch die weiter gesunkenen Preise für Solarmodule gedrückt. Auch Investitionen von insgesamt 3,4 Mrd. Dollar (3,0 Mrd. EUR) in Off-Shore-Windparks konnten den Einbruch nicht verhindern. Moslener zufolge bedarf es klarer und verlässlicher Vorgaben, wie mit Strom aus erneuerbaren Energien künftig umgegangen werden soll, um die Investitionen wieder voranzutreiben. Angesichts der niedrigen Zinsen seien die Vorzeichen für die Finanzierung dafür sehr gut.

Mit 44 Mrd. Dollar (39 Mrd. EUR) registrierten die Experten die zweithöchsten Investitionen in Erneuerbare auch 2015 in den USA vor Japan mit 36 Mrd. Dollar (32 Mrd. EUR). Dort fließe auch drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima Geld von vor allem in kleine Solaranlagen auf den Dächern der Häuser.

Generell hat Moslener keinen Zweifel, dass die Investitionen in erneuerbare Energien weiter steigen werden. Angesichts seiner Umweltprobleme bleibe China ein entscheidender Motor wie generell die wachsende Stromnachfrage in Schwellen- und Entwicklungsländern.

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29.03.2016, 08:30 Uhr
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