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Rekordgewinn in traurigem Jahr
Der Kranich hob - nach einem schwachen Jahr 2014 - in diesem Jahr zu einem Rekordgewinn in der Firmengeschichte ab. Foto: dpa
Lufthansa-Chef Carsten Spohr zieht eine zwiespältige Bilanz

Rekordgewinn in traurigem Jahr

Richtig froh konnte Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der gestrigen Bilanzpressekonferenz nicht sein - trotz Rekordgewinns. Zu schwer lastet der Germanwings Absturz auf dem Konzern.

18.03.2016
  • ROLF OBERTREIS

2015 hat die Lufthansa den höchsten Gewinn in der Geschichte des Unternehmens eingeflogen. Trotzdem präsentierte Vorstandschef Carsten Spohr die Bilanz gestern in der Lufthansa-Zentrale am Frankfurter Flughafen mit ernster Miene. "Ich spreche in einem Jahr, in dem 150 Menschen durch den schrecklichen Absturz der Germanwings-Maschine ihr Leben verloren haben, nicht von einem Rekordjahr. Das gehört nicht in meine Begrifflichkeit." Es sei ein sehr, sehr trauriges Jahr gewesen, das für immer mit der Katastrophe am 24. März 2015 verbunden bleibe.

Trotzdem erwirtschaftete der Konzern - bedingt vor allem auch durch den günstigen Treibstoff - mit 1,7 Mrd. EUR nach nur 55 Mio. EUR im Vorjahr einen neuen Rekordgewinn. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 50 Euro-Cent erhalten. Im laufenden Jahr will Lufthansa den Gewinn weiter steigern.

Unter dem Strich sei 2015 ein Jahr der Extreme und das emotional schwierigste Jahr für Lufthansa gewesen. Spohr bekräftigte, dass die Lufthansa 2015 alles getan habe, um für die Angehörigen die Folgen der Katastrophe abzumildern. Das Unternehmen werde auch weiter für sie da sein. Entschädigungen seien unbürokratisch angewiesen worden, pro Opfer mindestens 100 000 EUR, im Einzelfall deutlich mehr. Ein zweistelliger Millionenbetrag sei ausbezahlt worden, weitere Millionen würden folgen. "Aber kaum eine Zahl wird das furchtbare Leid wirklich aufwiegen können", sagt Spohr. Die Lufthansa sei mit 48 Anwälten von Angehörigen in Kontakt, mit 46 sei das konstruktiv, mit 2 leider nicht. Lufthansa werde alles tun, betonte Spohr, was die Sicherheit verbessere.

Mit Blick auf die Zahlen ist Spohr in seinem zweiten Jahr an der Spitze des Konzerns deutlich vorangekommen. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 32 Mrd. EUR, der Betriebsgewinn um 55 Prozent auf 1,8 Mrd. EUR. Alle Geschäftsfelder hätten zu dem guten Ergebnis beigetragen. Der größte Batzen kam von den Airlines des Konzerns mit 1,5 Mrd. EUR, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein Lufthansa verbuchte ein Ergebnis von fast 1 Mrd. EUR, 430 Mio. EUR steuerte Swiss bei, 52 Mio. EUR Austrian.

Auch die neue Low-Cost-Strategie mit Eurowings zahlt sich laut Spohr bereits aus. 38 Mio. EUR steuert die Billig-Airline zum Ergebnis bei. Die Auslastung der Eurowings-Flüge liege mittlerweile bei deutlich über 90 Prozent. Die Probleme mit der Pünktlichkeit seien behoben. Von 2017 an, spätestens 2018 sollen die Eurowings-Maschinen nach Köln auch von München starten, offenbar vor allem zu touristischen Langstreckenzielen in die Karibik und nach Nordamerika.

Spohr zufolge zahlt sich auch das in der Branche größte Programm zur Erneuerung der Innenausstattung aus. Lufthansa biete damit in allen Klassen höchste Qualität, was auch Grund für den Rekord von 108 Mio. Fluggästen sei.

In der für Lufthansa extrem wichtigen Business-Class konnte die Auslastung gesteigert werden. In 76 Jets wurde die neue First Class eingebaut. Massiv hat die Lufthansa 2015 allerdings auch vom niedrigen Ölpreis profitiert. Die Treibstoffaufwendungen sanken um mehr als 800 Mio. auf 5,37 Mrd. EUR. Während die Lufthansa 2015 durch 23 Streiktage Einbußen von 230 Mio. EUR hinnehmen musste, rechnet Spohr 2016 nicht mit weiteren Streiks.

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18.03.2016, 08:30 Uhr
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