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Lebensmittel

Regional und rund um die Uhr verfügbar

Nachhaltige Waren aus dem Automaten: Die Erfinder sogenannter smarter Märkte expandieren in Stuttgart.

13.02.2018

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Bei Philipp Hoening ist alles regional. Foto: Ferdinando Iannone

Stuttgart. Wieder mal die Eier fürs Sonntagsfrühstück vergessen? Im Stuttgarter Westen kann man seinen Einkaufs-Fauxpas nun per Knopfdruck gutmachen, und dies rund um die Uhr. Das Start-up Smark, kurz für smarter Markt, bietet unmittelbar am U-Bahn-Stopp Schwab-/Bebelstraße seit Anfang des Monats eine 24-Stunden-Nahversorgung an. Gut und gerne 120 Produkte – von Milch über Müsli bis Maultaschen – kann der Kunde übers Bestellterminal anfordern, bezahlen und sofort mitnehmen. Das Sortiment wird sukzessive ausgebaut. Das Besondere: Sämtliche Waren sind regional und nachhaltig. „Wir wollen möglichst mit kleinen Erzeugern zusammenarbeiten“, sagt Philipp Hoening, einer der Gründer. Die Produzenten klappert Smark persönlich ab und schaut sich etwa die Tierhaltung an. Vor Ort entscheidet das Baugefühl, erklärt der 28-Jährige.

Das Team besteht aus jungen Informatikern, Ingenieuren, Industriemechanikern, Betriebswirten und Marketingleuten. Über drei Jahre haben sie an Technik und Vertriebskonzept getüftelt. Seit Sommer 2017 wird das Smark-Prinzip im Hauptbahnhof getestet. Die Kesselkiste, ein übergroßer Automat, steht mitten in der Schalterhalle und spuckt Regionales aus – anfangs waren es 25 Produkte, mittlerweile sind es 80. Nun gibt es das Ganze eine Nummer größer, als Kessellädle.

Hoening sagt offen, dass das Projekt noch nicht profitabel ist. Dass andere an die Idee glauben, belegen Förderungen. Ein Gründerstipendium, vergeben durch EU und Bund, ist gerade abgelaufen, nun unterstützt das Land Smark über das Junge-Innovatoren-Programm. „Das ist die Grundlage, dass wir so weitermachen können“, sagt Hoening.

Er stellt klar: „Wir wollen nicht die Einzelhändler vor Ort kaputtmachen.“ Im Gegenteil. Obst und Gemüse im Kessellädle werden aus der Nachbarschaft vom Stuttgarter Früchtle geliefert und in einer Testphase auf Vertrauensbasis verkauft. Zudem arbeiten die Smarker mit Kesselholz Design, einer Upcycling-Firma aus Stuttgart-Feuerbach, zusammen. Die hat für die Fassade des Pavillons im Hauptbahnhof Holz von einer abgerissenen Scheune im Schwarzwald verbaut. Das Material fürs neue Lädle stammt von einem Gartenhäuschen aus Botnang. Das Hand-in-Hand-Geschäft soll ausgebaut werden. „Unser Ziel ist, auch mit Bäckern und Metzgern vor Ort zusammenzuarbeiten.“

Den Kreativköpfen gehen die Ideen nicht aus. In Zukunft will Smark die Einkäufe über einen Online-Shop abzuwickeln. Prinzip: unterwegs bestellen und dann als fertiges Paket an einer Smark-Anlage abholen. Hoening: „Am Hauptbahnhof macht das Sinn.“ Caroline Holowiecki

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Erstellt:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 06:00 Uhr

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