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London

Reformplan für Referenzzins Libor steht

Mit einer grundlegenden Reform will der US-Börsenbetreiber ICE das Vertrauen in den skandalumwitterten Referenzzinssatz Libor wiederherstellen.

22.03.2016
  • DPA

London. Dazu soll vor allem der Einfluss von Schätzungen einzelner Banker für diese wichtige Kennziffer in der Finanzwelt reduziert werden. Das geht aus dem Umbauplan hervorgeht. Die Berechnung wird auf eine breitere Basis gestellt und transparenter gemacht.

So sollen nicht mehr nur die Zinsen für Geschäfte von Banken untereinander hinzugezogen werden, sondern auch die kurzfristigen Geldvergaben von Notenbanken und anderen Unternehmen. Zudem will die ICE mehr tatsächliche Transaktionen in die Berechnung einbeziehen. Langfristig ist eine vollständig digitale Erfassung geplant. Die Reformen sollen im Laufe dieses Jahres eingeführt werden.

Bislang war die Berechnung des Libor für Außenstehende ein weitgehend schwarzes Loch. Einzelne Bankmitarbeiter machten einmal am Tag ihre Eingaben, aus denen der Referenzzinssatz gebildet wurde. Von diesem hängen Finanzgeschäfte im Volumen von rund 350 Billionen US-Dollar (310 Billionen EUR) ab. Die Eingaben der Banken mussten dabei auch nicht unbedingt auf realen Geschäften basieren, sondern waren in der Regel Schätzungen einzelner Banker bei verschiedenen Großinstituten. Damit war das System anfällig für Betrügereien.

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22.03.2016, 08:30 Uhr
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