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Glosse „Königstraße“

Raus mit der Wahrheit

Ein bisschen hin , ein bisschen her und immer im Kreis drehen: So geht der Deutschen liebster Tanz, der Eiertanz. Soll man oder soll man doch nicht?

17.08.2019

Von CAROLINE HOLOWIECKI

Soll man der Kellnerin sagen, dass ihr roter Lippenstift hervorragend zur Bluse passt, aber auf ihren Zähnen weniger charmant ausschaut? Dass alle Welt sehen kann, dass das Kleid der Kollegin ein Sonderangebot war, weil das Schildchen noch heraushängt? Soll man Fremde in der Bahn darauf aufmerksam machen, dass er sein halbes Frühstück – Mohnbrötchen, offensichtlich – noch zwischen den Zähnen gebunkert hat?

Sprich: Weist man seine Mitmenschen auf einen Fauxpas hin, oder lässt man sie lieber mit dem Toilettenpapier an der Schuhsohle durch die Welt spazieren? Die meisten Menschen wählen Variante zwei – schweigen und darüber hinwegsehen.

Denn man will weder sich noch den anderen blamieren. Zudem müsste man sich noch der nächsten Frage stellen: Wie sage ich‘s bloß? Sage ich es überhaupt? Oder fange ich den Blick des Popel-Trägers auf und führe dann ganz beiläufig meine Hand zur Nase, um zu signalisieren, dass da was faul ist? Und versteht der andere das oder kommt dieses unsägliche Einweisen wie in eine Parklücke. „Ein bisschen mehr nach links, nein, nicht da, mehr rechts. Nein, hoch, hoooch!“

Was für ein Theater! Lieber kurz und knackig. „Entschuldige, du hast Spinat zwischen den Zähnen.“ Wie beim Pflasterabreißen: Der Schmerz ist kurz, dann folgt die Erleichterung. Also, spucken wir es aus. Erst die Wahrheit. Dann die Essensreste.

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Erstellt:
17. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. August 2019, 06:00 Uhr

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