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Raum

Raum

Verfilmung des Romans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die Gefangene in einem winzigen Zimmer sind.

Raum

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Room
Irland 2015

Regie: Lenny Abrahamson
Mit: Brie Larson, Jacob Tremblay, Joan Allen

118 Min.

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Film bewerten

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17.01.2016
  • Dorothee Hermann

Es war der Fritzl-Skandal, der die Schriftstellerin Emma Donoghue dazu brachte, sich ihren Roman „Room“ (Zimmer oder Raum) auszudenken. Sie schrieb auch das Drehbuch für die fast quälend eindringliche Filmversion des irischen Regisseurs Lenny Abrahamson („Frank“).

Der Österreicher Josef Fritzl hatte seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangengehalten, sie vergewaltigt und sieben Kinder mit ihr gezeugt. Film (und Buch) begeben sich jedoch erst allmählich auf die Ebene des Kriminalfalls.

Zunächst wird nicht erklärt, warum die junge Frau (Oscar-Gewinnerin Brie Larson als Joy) und das Kind mit den langen Haaren in der engen Gartenhütte leben. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ist ein Oberlicht, das ein Stück Himmel zeigt. Während das Gesicht der Frau depressive Erschöpfung spiegelt, wenn ihre große Zuneigung zu ihrem Sohn für Momente zurücktritt, sind für den kleinen Jack (herausragend: Jacob Tremblay) die beklemmenden vier Wände selbstverständlich seine Welt. Wenn er jeden Morgen die armseligen Gegenstände darin einzeln begrüßt, überlässt sich der Film ganz der Perspektive des Jungen.

Das Kind lässt sich nicht daran hindern, zu spielen, Fragen zu stellen und sich im Wettstreit mit seiner Ma fit zu halten. Es ist sehr anrührend zu sehen, mit viel Schwung die beiden das bekannte Überlebenstraining von Langzeitgefangenen befolgen.

Dann gibt es noch den Eindringling, der sich alle paar Tage mit einem Handy-Signal ankündigt. Er ist der Mann, der Joy eingesperrt hält, und von dem sie nicht möchte, dass er ihren Sohn auch nur anschaut. Gleichzeitig vermeidet sie es, den Mann vor dem Jungen zu dämonisieren. Beide sprechen von ihm als „Old Nick“, wie von einer lästigen Begleiterscheinung ihres Alltags, mit der sie irgendwie klarkommen müssen.

Der Film hat zwei Teile: Nach der Gefangenschaft und der gewaltsamen sexuellen Erniedrigung öffnet sich für Mutter und Sohn schier übermächtig die Welt - durch eine dramatische Befreiung samt Medienspektakel und Joys Rückkehr ins Elternhaus. Statt eines überzuckerten Happy Ends zeichnet sich nun eher ab, wie schwierig die ersehnte Normalität sein kann (ab 12).dhe

Fokus auf die Opfer statt auf den Vergewaltiger als Skandalpotenzial.

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17.01.2016, 10:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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