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Rassismus im US-Wahlkampf
Ex-Senator Rick Santorum nannte Afro-Amerikaner jüngst "Parasiten". Er ist nicht der einzige Republikaner, der mit Äußerungen dieser Art auffällt. Foto: afp
Republikaner punkten mit verbalen Attacken gegen Schwarze, Latinos, Muslime und Schwule

Rassismus im US-Wahlkampf

Nicht nur Donald Trump fällt im US-Wahlkampf mit rassistischen Äußerungen auf. Auch andere Konservative machen Stimmung gegen Minderheiten. Mit simplen Botschaften wollen sie Wähler ködern.

02.12.2015
  • PETER DE THIER

Baltimore. Mit dem Beginn des Prozesses gegen William Porter - einer der sechs Polizisten, die im Zusammenhang mit dem Tod des 25-jährigen Afro-Amerikaners Freddie Gray angeklagt wurden - kommt die Debatte um Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA erneut auf die Tagesordnung. Dem Angeklagten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Gray hatte bei seiner Festnahme im April so schwere Rückenmarksverletzungen erlitten, dass er ins Koma fiel und später starb.

Die Beziehungen zwischen Weißen und Afro-Amerikanern sowie Vertretern anderer Minderheiten hat mittlerweile aber auch Eingang in den Präsidentschaftswahlkampf gefunden. Während sich einige Republikaner subtilerer Aussagen bedienen, nehmen andere kein Blatt vor den Mund und wagen Thesen, mit denen sie sich vor vier Jahren in den Augen der Öffentlichkeit noch fraglos disqualifiziert hätten. Ziel der Provokateure ist es, die Sympathien der konservativsten Wähler zu gewinnen.

Als Donald Trump mit seiner Behauptung "Mexiko schickt seine Mörder und Vergewaltiger in unser Land" ein politisches Erdbeben ausgelöst hatte, sagten Experten ein abruptes Ende seiner Präsidentschaftskampagne voraus. Eingetreten ist das Gegenteil. Trump setzt bei jeder Gelegenheit nach, und sein Höhenflug in den Umfragen scheint kaum zu bremsen zu sein. In Trumps Kampagne wird der Rundumschlag gegen Immigranten vorwiegend hispanischer Herkunft mit einem Werbespot illustriert, der Fahndungsfotos von drei illegalen Einwanderern aus Südamerika zeigt. Alle saßen wegenGewaltverbrechen im Gefängnis, wurden aufgrund eines Justizirrtums einige Tage beurlaubt und ermordeten prompt drei weiße Frauen. Selbst republikanische Strategen setzen das mit eiskaltem Rassismus gleich - schließlich will Trump den Eindruck vermitteln, als wäre jeder der elf Millionen illegal in den USA lebenden Einwanderer ein potenzieller Verbrecher.

Andere Republikaner stehen dem in nichts nach. Der erzkonservative Ex-Senator Rick Santorum beschrieb kürzlich Schwarze als "Parasiten, die von hart arbeitenden weißen Bürgern leben". Und Jeb Bush meinte jüngst, dass demokratische Kandidaten bei Afro-Amerikanern deswegen gut ankommen, "weil sie ihnen versprechen, dass sie unter einem demokratischen Präsidenten alles umsonst bekommen".

Die Konservativen nehmen auch Muslime und generell Personen arabischer Herkunft ins Visier. Geschürt wird dies vor allem von der aktuellen Debatte um die von Präsident Barack Obama angekündigte Aufnahme von 10 000 syrischen Flüchtlingen. Einige Konservative sehen in sämtlichen Muslimen Dschihadisten. Einig sind sich folglich die meisten Kandidaten darin, dass Flüchtlinge zunächst nachweisen sollten, dass sie sich nicht zum islamischen Glauben bekennen.

Auch Homosexuelle bleiben von der Stimmungsmache nicht verschont. Der texanishe Senator Ted Cruz etwa wirft Schwulen und deren Aktivisten vor, dass sie "einen Dschihad führen gegen Christen, die an die Bibel glauben und der festen Überzeugung sind, dass eine Ehe eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau ist."

Der Politologe Jonathan Weiler von der Universität North Carolina sieht eine Verunsicherung in der Bevölkerung. Wenn es um Terrorängste, Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung oder religiöse Überzeugungen gehe, "macht es sich die breite Masse leichter, einen Schwarzweißmaler wie Donald Trump zu unterstützen, der eine autoritäte Führungsfigur ist".

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02.12.2015, 08:32 Uhr
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