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Rasender Protest auf Russisch
„Jeder kann Pussy Riot sein!“: Maria Aljochina. Foto: dpa
Punk

Rasender Protest auf Russisch

Die Moskauer Band „Pussy Riot“ bringt ihre Putin- und systemkritsche Botschaft in Frankfurt multimedial auf die Bühne.

22.09.2017
  • DPA

Frankfurt. „Riot! Riot!“, schreien sie in die Menge. „Jeder kann Pussy Riot sein!“ Pussy Riot, das russische Frauen-Protest-Kollektiv, wurde mit staatskritischen Guerilla-Aktionen berühmt. Als „Pussy Riot Theatre“ traten sie jetzt zum ersten Mal in Deutschland auf. „Riot Days“ heißt das einstündige Programm, eine rasende Mischung aus Konzert, Videodokumentation, Performance und Lesung.

Mit dabei: Maria Aljochina, die 2012 verhaftet und wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden war. Ihr Buch „Tage des Aufstands“ kommt gerade frisch aus der Druckerpresse. Darin berichtet sie in kurzen Abschnitten, Tagebuchnotizen und Zitaten über die Jahre zwischen Band-Gründung 2011 und Haftentlassung 2013. Über Polizei-Schikane und eine politische Justiz, Transporte und Straflager, Hungerstreiks und Einzelhaft, aber auch darüber, wie die Gruppe entstand und was sie bis heute antreibt.

In der Performance werden große Teile des Textes nacherzählt, nachgespielt, nachgebrüllt – auswendig, in rasendem Tempo und auf Russisch. Dazu wummern Technobeats und Saxophonklänge. Mit Aljochina auf der Bühne stehen eine Frau und zwei Männer, die Musiker, Tänzer und Chor zugleich sind. Im Hintergrund laufen Videos von Pussy-Riot-Aktionen, Filmschnipsel und Zeichnungen, Sätze aus dem Text.

Ohne Genehmigung und Ankündigung bunt maskiert an öffentlichen Orten einen schrillen Auftritt hinlegen und das Video im Netz teilen, das war das Konzept der Band. Die Musik war eher Nebensache. „Putin pisst sich ein“, sangen sie auf dem Roten Platz, „Gottesmutter, Jungfrau, jage Putin davon“ in der Christ-Erlöser-Kathedrale.

Die Performance im zentralen Gotteshaus Moskaus dauerte 40 Sekunden und brachte zwei Mitglieder von Pussy Riot für zwei Jahre hinter Gitter. In Frankfurt werden sie dafür als Helden des Widerstands gefeiert. „Wir haben eine Stimme. Wir haben die Wahl“, ruft Aljochina am Ende des Auftritts in die Menge. „Es gibt keine Freiheit, wenn man nicht täglich für sie kämpft.“ dpa

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22.09.2017, 06:00 Uhr
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