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Kommentar

Rasches Handeln gefragt

Als Pkw-Fahrer vergisst man leicht, wie groß und unübersichtlich so ein Lkw ist. Ein Brummifahrer sitzt höher als die meisten Autodächer, sein Wagen ist fast so breit, wie ein Smart lang ist, er muss sechs Seitenspiegel im Blick behalten – und einen toten Winkel gibt es trotzdem noch.

11.07.2018

Von MATHIAS PUDDIG

Berlin. Steht dort ein Radfahrer oder auch ein Fußgänger, ist er beim Rechtsabbiegen des Lasters chancenlos – egal, ob er sich an die Straßenverkehrsordnung hält oder nicht. Ob ein Lkw mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet ist, ist deshalb keine Frage der Bequemlichkeit oder der Kosten. Es ist eine Frage von Leben und Tod.

Eigentlich lässt sich das Problem leicht lösen: Abbiegeassistenten sind keine Magie, sie sind Stand der Technik. Das ist jetzt sogar im Bundesverkehrsministerium angekommen. Das Haus wird zwar schon seit neun Jahren von der CSU geführt, erst jetzt aber gibt es in dieser Frage Bewegung. Dass der neue Chef Andreas Scheuer diese Technik nun zur Chefsache macht, ist trotzdem eine gute Nachricht. Allerdings mit Haken: Denn Experten schätzen, dass es weitere zehn Jahre dauern wird, bis die Fahrzeuge flächendeckend damit ausgestattet sind.

Bedenkt man, dass fast im Wochentakt ein Radfahrer in Deutschland umkommt, weil ein Lkw-Fahrer ihn nicht gesehen hat, ist das viel zu lang. Denn der Radverkehr nimmt stetig zu. Er ist kein Trend umwelt- und selbstbewusster Hipster, der Griff zum Rad ist vielen Städtern längst selbstverständlich. Um die Radler – auch die ungeübten – sicher durch die Stadt kommen zu lassen, muss sofort etwas getan werden. Dafür aber ist nicht nur das Verkehrsministerium gefragt, sondern jedes Land und jede Kommune.

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Erstellt:
11. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 06:00 Uhr

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