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Menschen, Tiere, Sensationen

Rasante Premierenvorstellung des Zirkus Charles Knie gestern auf dem Tübinger Festplatz

110 Tiere, 100 Mitarbeiter, 207 Fahrzeuge und 22 Zugmaschinen – der Zirkus Charles Knie gehört zu den großen der Branche. Gestern gab der Zirkus vor gut 1000 Zuschauern seine Tübinger Premierenvorstellung.

17.10.2015
  • Michael Sturm

Tübingen. Manege frei auf dem Tübinger Festplatz: Tiere, Akrobaten und Clownerie – der Zirkus Charles Knie ist noch bis Dienstag in der Stadt.

Um halb vier eröffneten die achtköpfige Band und die vier Mädchen des Show-Balletts das Programm des Nachmittags, ehe sich der junge Spanier Nicol Nicols auf das Drahtseil begab. Er drehte Pirouetten, sprang Vorwärts- und Rückwärtssalti und hüpfte durch einen Reifen, ohne die scharfkantigen Klingen und Fackeln am Rand zu berühren.

Dompteur Marek Jama präsentierte eine Auswahl meist exotischer Tiere: Kamele, Pferde und ein paar Rinder mit eindrucksvollen Hörnern drehten ein paar Runden in der Manege, ehe unter dem Aah und Ooh des Publikums ein Känguru herein hüpfte und locker über eine ihm hingehaltene Stange sprang. Den Abschluss bildeten die Lamas, die mit spöttischem Blick ins Publikum eine im Kreis laufende Formation bildeten.

Wohin mit all seiner Kraft? Emanuel Medini balancierte mit freiem Oberkörper auf seinen Händen und ließ dabei schwerste Übungen völlig leicht aussehen. Zum Abschluss seiner Nummer zog er einen der Stäbe, auf denen er kopfüber sein Gleichgewicht hielt, aus der Verankerung – all seine Kraft lag nun in der linken Hand.

Ambra und Ives Nicols gaben das feurige Paar auf dem Boden (Tango tanzend), wie in der Luft, an langen Tuchbahnen. Und mit wechselnden Rollen – zwischendurch war sie es, die ihn hielt. Ives Nicols, der zu Beginn der Nummer sang, nutzte seinen Mund später anders: Hoch in der Manegenluft hielt er einen Stuhl im Zahnhang mit dem Gebiss fest. Dazu kam das zusätzliche Gewicht seiner Partnerin, die sich unten anhängte. Zum Abschluss rollte sie sich rasend schnell und Flitter sprühend von oben aus den Tüchern ab und landete in seinen Armen. Beide werden im Winter im Stuttgarter Weihnachtszirkus zu sehen sein.

Nach dem Pferdeballett mit Palomino, Friesen, Arabern und einem weißen Pony gingen die Blicke des Publikums nach oben – zu den Flying Costa am Fliegenden Trapez. Arnaldo Costa flog mit einer Haube über dem Kopf – und wurde sicher gefangen. Er zeigte auch den dreifachen Salto Mortale. Ganz am Ende, als sich die anderen bereits wieder auf dem Boden befanden, schwang sich Adrian Ramos empor, hielt sich an einem Haltegriff direkt unter der Kuppel fest, ehe er sich ins Netz fallen ließ.

Nach der Pause kamen die wilden Tiere in die nun eingezäunte Manege. Tom Dieck junior, Gewinner des bronzenen Clowns beim letztjährigen Circus-Festival von Monte Carlo, ließ vor allem seine Tiger und die beiden Liger mit den massigen Köpfen (eine Mischung aus Tiger und Löwe) arbeiten. Einer von beiden begab sich in ein überdimensionales Hamsterrad – oben balancierte einer der Tiger. Die beiden weißen Löwen thronten derweil huldvoll auf ihren Podesten und sahen dem Treiben gelassen zu. Als sei es unter ihrer Würde, in diesem Ensemble auch nur eine Pfotenkralle krümmen zu müssen.

Die Geschwister Medini, Emanuel und seine Schwester Vanessa, zeigten danach eine rasante Kür auf Rollschuhen auf einer runden Plattform. Das spektakulärste Element: Emanuel ließ sich die Augen verbinden und raste dann im engen Kreis, hielt dabei seine Schwester, die in der Horizontalen pirouettierte. Einen Zuschauer bezogen sie zuvor auch mit ein. Er bekam Rollschuhe in die Hand gedrückt, die er allerdings nicht anziehen musste. Immerhin trugen sie ihn auf Händen – bis ihm leicht schwindelig wurde.

Das Seelöwen-Pärchen Steffi und Kulus erinnerten mit ihren schlingernden Körperbewegungen an den Sänger Stevie Wonder. Sie können zwar nicht im mindesten singen, dafür kann Stevie Wonder sicher nicht so gekonnt Bälle auf dem Gesicht balancieren. Teilweise schienen die beiden Publikumslieblinge mit ihrem Trainer Marek Jama in einen gestenreichen Dialog zu treten und sorgten so für reichlich Lacher. Zum Abschluss des Programms kamen die von Elvis Errani dirigierten Elefanten. Eine von Erranis Schwester zeigte einen Spagat zwischen den Köpfen von zwei Tieren.

Als verbindendes Element trat Cesar Diaz, der Preisträger des Circusfestivals von Budapest 2014 auf. Sein Pistolenduell mit einem Zuschauer basierte auf der Komik der Geräusche aus Diaz’ Kinnmikrofon. Große musikalische Begabung wies Diaz am Sopransaxofon und an der singenden Säge nach.

Die jungen PETA-Aktivisten, die auch in Tübingen ihren Protest gegen die Tierhaltung von Zirkussen im allgemeinen äußerten, zogen es vor, nicht bis zum Ende des Programms vor dem Gelände stehen zu bleiben. Vermutlich froren sie. Im Inneren des Zelts war es wiederum mollig warm.

Rasante Premierenvorstellung des Zirkus Charles Knie gestern auf dem Tübinger Festplatz
Romantik an seidenen Tüchern: Ives und Ambra verbrachten die meiste Zeit während ihrer gemeinsamen Nummer in der Luft.

Rasante Premierenvorstellung des Zirkus Charles Knie gestern auf dem Tübinger Festplatz
Gestreckter Galopp: Kamele in der Manege des Zirkus Charles Knie. Bilder: Sommer

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17.10.2015, 12:00 Uhr
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