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Rappender Schlusspunkt mit den Fantas
Die Fantas auf dem Schlossplatz. Foto: Reiner Pfisterer
Jazzopen

Rappender Schlusspunkt mit den Fantas

45 000 Besucher kommen zu dem elftägigen Festival. Open Stages werden gut angenommen.

24.07.2018
  • UDO EBERL UND ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. „Are you ready for Schweine-Jazz?“, ruft Michi Beck ins Publikum – „seid Ihr bereit für Schweine-Jazz?“ Es folgt eine besonders rockige Version des für die Fantastischen Vier ohnehin rockigen Songs „Ernten was wir säen“. Spätestens jetzt haben die „Fantas“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz ihr Publikum trotz Nieselregens in Party-Stimmung gerappt und gerockt, mit einem trompetenden Smudo und weiteren Referenzen an den Jazz. Die sind aber eher ironischer Natur, etwa wenn Michi Beck daran erinnert, dass es in Stuttgart auch mal die HipHop-Open gegeben hat. Jetzt setzen die Fantas den Schlusspunkt der Jazzopen.

Auf der Bühne aber steht in erster Linie die HipHop-Band mit Stuttgarter Wurzeln, die alles dafür tut, aus ihrem Auftritt ein unvergessliches Heimspiel zu machen. Das Publikum braucht ein bisschen, um auf Touren zu kommen, aber dann wird es ein großes Fest mit einer Mischung aus politischen Statements gegen Populisten in „Endzeitstimmung“, Klassikern wie „MfG“, neuen Hits wie „Zusammen“ und dem als Zugabe fest gebuchten „Troy“.

45 000 Besucher, eine Auslastung von 99 Prozent und ein begeistertes Publikum – mehr geht nicht bei den Jazzopen Stuttgart. Zudem besuchten Tausende Musikfans die kostenfreien „Open Stages“ in der Stuttgarter Innenstadt, die bei der 25. Ausgabe des Festivals ein freudig angenommener Bonus waren. Jazzopen-Geschäftsführer Jürgen Schlensog freut sich neben dem Besucherrekord vor allem über das Programm: „Entscheidend ist immer, wer auf der Bühne steht. Die Qualität muss stimmen.“ Mit Größen der Popkultur wie Lenny Kravitz, Jamiroquai oder auch dem Dauergast Jamie Cullum konnte dieses Ziel genauso erreicht werden wie mit Jazzgrößen von B wie Till Brönner bis M wie Pat Metheny und W wie Michael Wollny.

Schlensog selbst war von einem herausragenden Stanley Clarke begeistert und schwärmte von Kraftwerk, die „ihre Musik mit viel Tiefe“ spielen und dies zeitlos seit Jahrzehnten. Das Jubiläumsprogramm sei zwar kaum noch zu toppen, aber „wir arbeiten bereits seit einem halben Jahr daran, dass wir unser Level auch im kommenden Jahr weiter halten“. Der musikalische Mix und große Namen gehörten dabei genauso zum Festival wie die starken Jazz-Wurzeln.

„Der Jazz ist ja seither ein verbindendes musikalisches Genre. Außerdem gibt es einfach nicht so viele Jazzacts, mit denen man einen Ehrenhof am Schlossplatz mit 7000 Besuchern füllen kann. Das müssen wir immer im Blick haben.“ Der Jazz werde aber immer Schwerpunkt des Festivals sein, versichert Jürgen Schlensog. Und in diesem Jahr seien immerhin „trotz aller Kritik im Vorfeld zwei Drittel aller Veranstaltungen im Programm Jazzkonzerte“ gewesen. rol/udo

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24.07.2018, 06:00 Uhr
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