Hermann: Dreiste Drohung

Ramsauer warnt vor höheren Bahn-Ticketpreisen wegen Stuttgart 21

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält höhere Ticketpreise bei der Bahn für möglich, sollte sich das Land Baden-Württemberg nicht an den Mehrkosten für Stuttgart 21 beteiligen. Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann hat den Vorwurf zurückgewiesen: Baden-Württemberg sei nicht dafür verantwortlich, wenn die Bahn die Preise erhöhe.

07.03.2013

Von dpa

Berlin/Stuttgart. «Bahnfahren darf nicht teurer werden, weil sich ein einzelnes Land seiner Verantwortung entzieht», sagte Ramsauer laut «Bild»-Zeitung (Donnerstag).

Auch der Chef des Verkehrsausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), sagte dem Blatt: «Mittelfristig werden Bahnkunden S21 mit steigenden Ticketpreisen zahlen.» Der Bahn-Aufsichtsrat hatte trotz Kostenexplosion für den Weiterbau des Tiefbahnhofs gestimmt. Nun will die Bahn erreichen, dass sich das Land und die Stadt Stuttgart an den Mehrkosten von zwei Milliarden Euro beteiligen. Doch beide lehnen das bislang strikt ab.

Der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann hat den Vorwurf seines Bundeskollegen Peter Ramsauer (CSU) zurückgewiesen, Baden-Württemberg sei dafür verantwortlich, wenn die Bahn die Preise erhöhe.

Hermann sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart in Richtung Ramsauer: «Er ist nie müde geworden zu sagen, Stuttgart 21 ist ein eigenwirtschaftliches Projekt der Bahn. Wie kann er dann auf die Idee kommen, dass das Land Baden-Württemberg zahlen muss, damit die Ticketpreise nicht steigen? »Hermann sagte: «Das ist schon eine ziemlich dreiste Drohung.»

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat klargestellt, dass sich das Land nicht an den Mehrkosten für Stuttgart 21 beteiligen wird.

«Die Mehrkosten, in welcher Höhe auch immer, sind mit der Entscheidung vom Dienstag Angelegenheit der Bahn», sagte Kretschmann unter Verweis auf die Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrats für einen Weiterbau am Donnerstag im Landtag.

Die Bahn werde das Projekt zu Ende bauen müssen, «auf Kosten von Bahn und Bund, egal, wie hoch die Kosten am Ende sein werden», sagte er. «Aus dieser Verantwortung werden wir die Bahn nicht entlassen.» Er rief CDU und FDP im Landtag auf, sich dieser Haltung anzuschließen. Die Opposition müsse beantworten, ob sie aufseiten des Landes, seiner Steuerzahler und Bürger stehe, oder aufseiten derer, die die Kosten abwälzen wollten.

CDU-Fraktionschef Peter Hauk (CDU) warf Kretschmann vor, auf wichtige Fragen zu Stuttgart 21 keine Antworten zu geben.

«Wir wollen endlich von Ihnen Taten sehen», sagte Hauk am Donnerstag im Landtag. Kretschmann gebe keine Antworten darauf, wie es nach der Entscheidung des Bahn-Aufsichtsrates zum Weiterbau von S 21 weitergehe, sondern er gebe nur Lippenbekenntnisse ab. Die Landesregierung müsse zum Beispiel die Frage beantworten, ob das Land sich an einer besseren Variante für den Filderbahnhof finanziell beteilige. Hauk warf den Grünen vor, das Thema S 21 lange am Kochen halten zu wollen, um bei der Bundestagswahl Stimmen von S-21-Gegnern zu bekommen.

Ramsauer: Das Land muss sich seiner Verantwortung stellen. Foto: Hannibal/Archiv

Zum Artikel

Erstellt:
7. März 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2013, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App