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Prozess soll Licht in obskures Ehedrama bringen

Rätselraten um einen Fall ohne Leiche

Keine Tote, kein Tatort, keine eindeutigen Indizien: Dennoch ist die Anklage überzeugt, dass ein 45-Jähriger seine Frau aus Eifersucht ermordet hat.

04.03.2016
  • VOLKER KNOPF

Karlsruhe. Ein Mordprozess ohne Leiche vor dem Karlsruher Landgericht gibt auch nach dem neunten Verhandlungstag weiter Rätsel auf. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 45-Jährigen vor, seine 34-jährige Frau ermordet zu haben. Von ihr fehlt bis heutige jede Spur. Die Vermisste hinterlässt zwei Kinder im Alter von neun und elf Jahren.

Im Juli 2014 hatte der Mann seine Frau als vermisst gemeldet. Nachbarn hatten berichtet, dass es zuvor in der Wohnung des Ehepaars Streitigkeiten gegeben hat. Der Mann soll seine Frau früher mehrfach mit einem Messer bedroht haben. Vor Gericht schweigt der Mann. Das Gericht steht somit vor einem Indizienprozess ohne Leiche.

Die Handydaten des 45-Jährigen hatten ergeben, dass er in der vermeintlichen Tatnacht nahe eines Baggersees war. Dort hatte die Soko "Aue" in einer der größten Suchaktionen der Karlsruher Geschichte nach der Frau gefahndet. Selbst ein Bundeswehr-Jet kam zum Einsatz - vergeblich. In der Wohnung des Paars hatte die Polizei Schlauchboot, Paddel und Luftpumpe gefunden. Das lege nahe, dass der Mann sein Opfer im See versenkt hat.

Zeugen berichteten von zerrütteten Familienverhältnissen. Die Frau wollte die Scheidung einreichen, sie hatte wohl mehrere Liebhaber. Die Anklage ist überzeugt, dass der Gat-

te seine Frau aus Eifersucht und Verärgerung ermordet hat. Zudem sei er von der Angst getrieben gewesen, seine Söhne zu verlieren. Doch wie die Tat vonstatten ging, dafür fehlt dem Ankläger eine plausible Erklärung. Im Wohnhaus fanden sich keine Tatspuren, Leichenspürhunde schlugen nicht an.

Den Mann belastet, dass er seinen älteren Sohn und seine Haushälterin angewiesen hatte, bei der Polizei zu seinen Gunsten zu lügen. In U-Haft soll er zudem einem Mithäftling - nachdem die Affären seiner Frau im Zuge der Ermittlungen immer klarer wurden - gesagt haben, dass er "wohl die richtige Entscheidung getroffen" habe.

Allerdings gaben zwei Mädchen aus der Nachbarschaft zu Protokoll, die Vermisste nach ihrem Verschwinden lebend gesehen zu haben. Auch ihr Handy soll danach noch einmal eingeloggt gewesen sein. Zudem bezweifelt der Staatsanwalt, dass die Mutter ihre Söhne im Stich ließ. Die Urteilsverkündung ist für Mitte März geplant.

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04.03.2016, 08:30 Uhr
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