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Rätselhafter Blob

21.10.2019

Von GÜNTHER MARX

So sieht er aus, der Blob oder besser: Physarum Polycephalum, wie er mit amtlichem Namen heißt. Foto: Stephane de Sakutin/afp

Im Pariser Zoo ist jetzt Erstaunliches zu sehen. Wer an rosa Elefanten, sprechende Affen oder jonglierende Robben denkt, geht allerdings fehl. Es geht um ein Lebewesen, das zwar seit Millionen Jahren auf der Erde ist, den Forschern aber immer noch Rätsel aufgibt: Ist es nun ein Tier, ein Pilz oder irgendwas sonst?

Es ist ein . . . „Blob“, ein schleimiges Etwas, ein Einzeller ohne Hirn oder Augen, Mund oder Magen. Doch ist es genau diese spartanische Ausstattung, die den „Blob“ quasi unsterblich macht. Wer ihn entzweischneidet, hat ihn nicht etwa getötet, sondern hat zwei „Blobs“, die sich auch noch vermehren, was bei 720 Geschlechtern (!) kein Problem ist – es sei denn für die menschliche Phantasie, die sich angesichts dieser Möglichkeiten der eigenen Armseligkeit bewusst wird.

Mit „Blob“, dem menschenfressenden Schrecken aus einem Horrorstreifen der 50er-Jahre, hat unser „Blob“ indessen nichts zu tun. Wenngleich unter Laborbedingungen – das ist dann doch ein wenig gruselig – auch schon meterlange Exemplare gezüchtet wurden.

Evolutionär ist der „Blob“ sich treu geblieben. Warum sollte er sich ändern? Wenn es doch so wenig zum Leben braucht. Um dieses zu bestaunen, bedarf es allerdings der Pariser interaktiven „Blob“-Präsentation im Zeitraffer. Es wäre sonst einfach langweilig.

Günther Marx

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Erstellt:
21. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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