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3,8 Millionen Euro als Sparziel

Radikalkur an der Medizinischen Klinik wird abgemildert

Massive Beschwerden von Beschäftigten brachten den Vorstand des Uni-Klinikums zum Einlenken. Der Stellenabbau an der Medizinischen Klinik ist vorerst gestoppt.

03.08.2010

Von Uschi Hahn

Tübingen. Die Medizinische Uni-Klinik (Med) schreibt rote Zahlen: Um den Betrieb wieder profitabel zu machen, sollen durch Umstrukturierungen und Personalabbau 3,8 Millionen Euro eingespart werden. Die entsprechende Radikalkur wurde von einer externen Beraterfirma ausgearbeitet, die unter anderem empfahl, 24 Vollzeitstellen zu streichen. Einzelne Stationen der Klinik sollen demnach bis zu sechs Stellen verlieren.

Das Sparkonzept führte in den vergangenen Monaten zu einer Häufung von Überlastanzeigen, wie die Personalratsvorsitzende Angela Hauser bestätigte. Gestandene Krankenschwestern seien in Tränen ausgebrochen, weil sie die Patienten nicht mehr hätten versorgen können. Dies schilderten die Beschäftigten dem Vorstand des Uni-Klinikums Tübingen (UKT) in den vergangenen Wochen auch auf zwei Personalversammlungen.

Der ärztliche Direktor des UKT, Prof. Michael Bamberg, spricht von „beherztem und engagierten Einsatz der Mitarbeiter“. Ein Einsatz, der Wirkung zeigte: Zumindest bis Oktober soll es nach den 14 bereits gestrichenen Stellen keinen weiteren Personalabbau geben. Auch wolle man die Beschäftigten mehr in die Umstrukturierungen einbeziehen. „Wir wollen behutsamer herangehen und mehr auf die Vorschläge und die Kritik der Beteiligten hören“, so Bamberg dem TAGBLATT gegenüber.

Bei dem Versuch, die Abläufe in der Med zu verbessern, gibt es offenbar auch Koordinationsprobleme zwischen den Berufsgruppen. Da müsse sich „auch die Ärzteschaft an der Nase fassen“, sagte Jens Maschmann von der Stabsstelle für Medizinplanung und Strukturfragen. Um zu erfahren, wo es klemmt und um die Probleme auszuräumen, sollen Pannen künftig in so genannten Ereignislisten dokumentiert werden.

Maschmann räumt Engpässe beim Pflegepersonal ein und spricht von einem „Moratorium“ beim geplanten Stellenabbau. Im Grundsatz aber will der Klinikumsvorstand an den Sparplänen festhalten. Schließlich habe man, so Maschmann, „die Konzepte gemeinsam mit den Stationsleitungen entwickelt“. Nach den Sommerferien wolle man auf einer weiteren Personalversammlung Mitte September besprechen, wie der Sparkurs fortgesetzt werden soll.

An der Medizinischen Klinik sollen 3,8 Millionen Euro eingespart werden – ein Viertel davon beim Personal. Bild: Metz

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Erstellt:
3. August 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
3. August 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. August 2010, 12:00 Uhr

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