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RWE will Dividende kappen
Stößt Aktionäre vor den Kopf: Der RWE-Vorstandschef Peter Terium. Foto: dpa
Essen

RWE will Dividende kappen

RWE will die Dividende streichen. Kommunale Aktionäre sind sauer. Das Problem für den Konzern ist aber: Es zeichnet sich keine Besserung ab.

18.02.2016
  • DPA

Essen. Essens Kämmerer Lars Martin Klieve fiel am Mittwochmorgen aus allen Wolken. "Keine Dividende - das ist mir völlig neu", sagte er. Sein Kollege Guntram Pehlke, Stadtwerke-Chef in Dortmund und als solcher ebenfalls RWE-Großaktionär, schimpfte: "Unverschämtheit, das hätte man nicht entscheiden dürfen, ohne den Aufsichtsrat einzubinden." Das Kontrollgremium tagt erst in gut zwei Wochen.

RWE-Chef Peter Terium hat mit seinem neuen Sparvorschlag - einer fast kompletten Dividendenkappung plus weiteren Milliarden-Abschreibungen - viele Anteilseigner überrascht und geschockt. Der Kurs der Aktie fiel bis zum Mittag um mehr als 12 Prozent.

Viele Kommunen, mit fast einem Viertel wichtigste RWE-Eigentümer, sind sauer. Sie müssen insgesamt auf rund 150 Mio. EUR Dividende verzichten, rechnete die "Rheinische Post" vor - und sie fühlen sich an den Entscheidungsabläufen in "ihrer" RWE immer weniger beteiligt.

Schon bei der Personalie des künftigen Aufsichtsratschefs hatten die Kommunalvertreter 2015 ihren Kandidaten, Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller, nicht durchsetzen können. Dass Ende Januar dann der hoch geachtete RWE-Deutschland-Chef Arndt Neuhaus das Unternehmen verlassen musste, sorgte für weiteren Ärger.

Natürlich gibt es gute Gründe für eine Dividendenkürzung in der Krise und angesichts von Nettoverlusten. Das sieht sogar Aktionärsvertreter Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) so: "Die Dividende war schon seit Jahren zu hoch. Auch RWE kann sich vor den Fakten des Energiemarktes nicht verstecken." Die komplette Streichung komme aber überraschend und sei eine "schreckliche Nachricht" für die Aktionäre.

Auch für 2016 rechnet RWE mit weiteren Ergebnisrückgängen. Und ein wirklich neues Geschäftsmodell ist nicht erkennbar. Offen sind auch noch die Kosten für den Atomausstieg. Solange es in den Gesprächen mit der Atomausstiegs-Kommission kein Ergebnis gibt, halten viele Fachleute den bisher für Ende 2016 geplanten Börsengang der "neuen" RWE für wenig aussichtsreich.

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18.02.2016, 08:30 Uhr
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