Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Politisches Buch

RAF unter dem Schutz der Stasi

Die Nachbarn in der Plattenbausiedlung finden die neue Frau Beyer nett. Sie organisiert "wunderschöne Hausfeste" für ihre Mitbewohner in Neubrandenburg. Doch nach dem Mauerfall wird die engagierte "DDR-Bürgerin" plötzlich festgenommen. Es ist die gesuchte Terroristin der Roten Armee Fraktion (RAF), Silke Maier-Witt.

03.03.2016
  • JUTTA SCHÜTZ, DPA

Frank Wilhelm: RAF im Osten, Nordkurier-Buchverlag. 197 Seiten. 14,90 Euro.

Dass in der DDR zehn kampfesmüde Terroristen über viele Jahre untertauchten, sei selbst bei der Stasi so geheim gewesen, dass nur ein kleiner Kreis eingeweiht gewesen sei, schreibt Autor Frank Wilhelm in seinem neuen Buch "RAF im Osten". Faktenreich und mit bislang unbekannten Details wird das DDR-Leben der Linksextremisten aus der Bundesrepublik unter dem Schutz der Stasi beleuchtet.

Der 52-jährige Journalist der Zeitung "Nordkurier" hat in den Stasi-Archiven auch Dokumente gefunden, die den Deal zwischen der terroristischen Rote Armee Fraktion (RAF) und der DDR-Staatssicherheit belegen. 1998 hatte die RAF ihre Auflösung erklärt. Insgesamt ermordete die RAF 34 Menschen, etwa 230 wurden verletzt. Am 18. August 1980 kommen die beiden ersten RAF-Zuwanderer in Ostberlin an. Später folgen acht weitere. Sie pauken ihre neuen Namen und die von der Stasi erfundenen Lebensläufe. Bei Maier-Witt liest sich das so: Sie sei in die DDR gekommen, weil sie den "imperialistischen Staat" ablehne und sich am "Kampf für den Frieden, für den Aufbau des Sozialismus" beteiligen wolle.

Warum es zu diesem Deal kam? Wilhelm schreibt, die DDR habe zwar öffentlich Terroranschläge verurteilt. Aber es habe eine "mehr oder weniger unterschwellige Sympathie" für die RAF gegeben, weil beide denselben Feind gesehen hätten: den westdeutschen Staat. Auch der RAF-Experte Tobias Wunschik von der Stasi-Unterlagen-Behörde kommt zu Wort. Er sagt, schon seit Mitte der 70er Jahre habe die DDR wissentlich RAF-Leute durchreisen lassen. Im Gegenzug sei zugesichert worden, keine Anschläge in der DDR zu verüben. Als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) sollen die Ex-Terroristen nun auch aus ihrem zivilen Umfeld berichten.

Nach dem Mauerfall kommt der Paukenschlag: 1990 werden die Ex-Terroristen enttarnt und festgenommen. Ex-SED-Partei- und Staatschef Erich Honecker lässt mitteilen, er habe erst aus der Presse von der Aufnahme der Terroristen erfahren. Stasi-Größen sagen dagegen, der Befehl sei von Honecker persönlich gekommen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

03.03.2016, 08:30 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular