Tübingen · Vielfalt

CSD in Tübingen: Programm, Party, Parade

In diesem Jahr ist rund um die Tübinger Christopher Street Day-Parade viel geboten. Die Veranstaltung soll für alle offen und möglichst barrierearm sein.

23.06.2023

Von Miri Watson

Im vergangenen Jahr kamen 3000 Menschen zur Tübinger Pride Parade. Archivbild: Anne Faden

Im vergangenen Jahr kamen 3000 Menschen zur Tübinger Pride Parade. Archivbild: Anne Faden

Mit so vielen Angeboten wie in diesem Jahr wurde der Christopher Street-Day (CSD) in Tübingen noch nie gefeiert: Rund um die Demonstration am Samstag, 24. Juni, haben das CSD-Orgateam, die Stabstelle für Gleichstellung und Integration der Stadt Tübingen und zahlreiche Vereine, Initativen und Gastronomie-Betriebe ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm zusammengestellt, das morgens mit einer queeren Stadtführung beginnt und nachts mit zahlreichen Ausgehmöglichkeiten endet (siehe Infobox).

Die eigentliche CSD-Parade startet um 14 Uhr in der Uhlandstraße. Das Motto in diesem Jahr: „Queer. Lokal. Phänomenal.“ Ash Neff, Presseperson vom CSD-Orgateam erklärte das im TAGBLATT-Gespräch so: „Wenn wir die Queerness vor Ort stärken – dann sind wir phänomenal.“ Den Veranstaltenden geht es um Vernetzung und Förderung der lokalen Initiativen. Bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler für das Bühnenprogramm nach der Demo und der Gruppen, die sich beim Infomarkt vorstellen, habe das CSD-Team „schon sehr darauf geachtet, lokale Gruppen anzusprechen“, so Neff.

Insgesamt etwa 9000 Euro kostet die Organisation der Parade mit dem Kulturprogramm und dem Infomarkt im Anschluss. Ein großer Teil davon wird von „Tübingen aktiv gegen Diskriminierung“ (TAKT) und dem Kulturamt finanziert. Damit möglichst viele teilnehmen können, wird die Lebenshilfe einen Rollibus zur Verfügung stellen, der die Demonstrationsparade begleitet. „Was in diesem Jahr auch sehr cool ist: Bei der Kundgebung haben wir eine Übersetzerin für Gebärdensprache dabei“, sagte Neff.

Vor etwa zwei Wochen hatte am Rande des CSD Reutlingen eine fünfköpfige Gruppe Menschen mit Faustschlägen angegriffen, nachdem diese den Demonstrationszug verlassen hatten. Das Organisationsteam des Tübinger CSD habe im Vorfeld keine Drohungen erhalten. „Eine gewisse Vorsicht wäre trotzdem gut. Am besten in Gruppen unterwegs sein“, so Neff.

Willkommen sind bei der queeren Parade und dem Rahmenprogramm am Samstag alle: Queere Menschen und ihre Freundinnen und Freunde und alle anderen, die sich für die Rechte von queeren Menschen einsetzen wollen. „Wir freuen uns natürlich auch, wenn die Oma von einem queeren Menschen zum CSD kommt“, sagte Neff.

Das Programm von CSD und queerer Nacht

Tübingen feiert das queere Leben: Erstmals findet im Anschluss an die CSD-Parade die Queere Nacht statt. Das neu gegründete Bündnis „Queere Nacht“ hat ein buntes kulturelles Programm zusammengestellt, welches Veranstaltungen von Clubcafé und Theater bis hin zu Karaoke und Party umfasst. Alle Interessierten sind dazu eingeladen von Samstag, 24. Juni, 11 Uhr, bis Sonntag, 25. Juni, 5 Uhr. „Die Queere Nacht ist ein Fest, das ohne die Kämpfe zahlreicher queerer Menschen um Rechte, Freiräume und Anerkennung nicht möglich wäre“, sagt Lou Schumm, zuständig in der Stabsstelle Gleichstellung und Integration für queere Chancengleichheit.

Bereits vor der CSD-Parade beginnt das Programm der Queeren Nacht ab 11 Uhr mit einem Altstadtrundgang des Stadtmuseums zur queeren Stadtgeschichte Tübingens. Mittags startet dann die CSD-Parade mit Treffpunkt vor dem Kepler-Gymnasium um 13.30 Uhr. Etwa um 16 Uhr wird die Parade zurück in der Uhlandstraße sein, wo es eine Kundgebung und ein Musik- und Kulturprogramm, sowie einen Infomarkt geben wird.

Zudem öffnen das Jugendcafé Bricks und das Zimmertheater um 17 und 18 Uhr ihre Türen für Musik und Tanz. Später in der Nacht geht es weiter mit Veranstaltungen vom Queeren Zentrum Tübingen, den Queer Space Parties, der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen mit der Party-Reihe „LuSchT“ und dem Kuckuck WHO.

Für eine Pause zwischen den Programmpunkten heißen zahlreiche Cafés und Bars das Publikum der Queeren Nacht bei sich willkommen.

Interessant für das Gesamtprogramm ist eine Stempelkarte, die Besucher der Queeren Nacht bei den Veranstaltungen und in den teilnehmenden Gaststätten verschiedene Vorteile bietet, zum Beispiel ein Freigetränk oder vergünstigten Eintritt. Die Stempelkarten sind bei der Stadtbücherei, der Theaterkasse des Zimmertheaters und in der Aidshilfe Tübingen-Reutlingen erhältlich. Restkarten werden nach der Parade am Stand des CSD verkauft. Der Erlös des Verkaufs wird an die teilnehmenden queeren Initiativen und Vereine ausgeschüttet. Die Stempelkarte gibt es in den Preisstufen fünf Euro, zehn Euro und 15 Euro. Jede Preisstufe ermöglicht die gleichen Vorteile.

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Erstellt:
23.06.2023, 18:16 Uhr
Lesedauer: ca. 3min 04sec
zuletzt aktualisiert: 23.06.2023, 18:16 Uhr

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