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Putins allumfassende Rache
Leere Liegestühle in einem türkischen Luxushotel. Zumindest russische Gäste sind nicht mehr zu erwarten. Foto: afp
Türkei-Sanktionen treffen Tourismus, Bauern und sogar den Fußball

Putins allumfassende Rache

Die Reaktion des Kremls auf den Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär fällt deutlich aus. Und zu Gesprächen ist Wladimir Putin aktuell nicht bereit - trotz aller Appelle aus Ankara.

01.12.2015
  • AFP/DPA/HÖH

Moskau/Ankara. Ein Warenembargo, Einschränkungen für den Tourismus und die Rückkehr zur Visumspflicht: Mit drastischen Sanktionen hat Russland die Türkei für den Abschuss seines Kampfjets am vergangenen Dienstag über dem syrischen Grenzgebiet abgestraft. Entspannung ist nicht in Sicht: Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Montag, ein Treffen zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan am Rande der Klimakonferenz in Paris sei von russischer Seite "nicht geplant" . Erdogan hatte zuvor ein solches bilaterales Treffen vorgeschlagen.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu betonte, seine Regierung werde sich nicht für den Abschuss entschuldigen. Er forderte Russland auf, die erlassenen Sanktionen zu überdenken. "Diese Maßnahmen werden den Interessen beider Seiten schaden", sagte Davutoglu am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Er verwies darauf, dass der Badeort Antalya für viele Russen so etwas wie eine "zweite Heimat" sei. Zudem warf er dem Kreml vor, nun Maßnahmen zu ergreifen, die Moskau in der Ukraine-Krise selbst kritisiert habe.

Putin hatte am Samstag ein Dekret unterzeichnet, das ein ganzes Bündel von Sanktionen ab dem Jahreswechsel vorsieht: Charterflüge zwischen Russland und der Türkei werden untersagt, Reiseveranstalter dürfen keine Türkei-Urlaube mehr anbieten, russischen Unternehmen wird es verboten, Türken einzustellen. Darüber hinaus verbietet Russland die Einfuhr von Gemüse und Obst aus der Türkei, wie am Montag bekannt wurde. Industriewaren wie etwa Textilien würden zunächst nicht mit einem Importstopp belegt, sagte Vizeregierungschef Igor Schuwalow laut Agentur Interfax. Schon am Freitag hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow die Wiedereinführung der Visumspflicht für Türken zum 1. Januar angekündigt.

Selbst auf den Fußball wirken sich die Sanktionen aus: Der russische Sportminister Witali Mutko habe russischen Vereinen die Verpflichtung türkischer Spieler vorläufig verboten, berichtete die Moskauer Zeitung "Sport Express". Derzeit ist Offensivakteur Gökdeniz Karadeniz (Kasan) der einzige türkische Spieler in der ersten russischen Liga.

Für türkische Unternehmer steht viel auf dem Spiel, denn Russland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner. Türkische Trucker bekamen die Spannungen bereits letzte Woche zu spüren. "Die russische Grenze ist für türkische Fernlaster dicht", berichtete der Chef des Verbandes der türkischen Spediteure, Faith Sener. Ihm zufolge fahren normalerweise 36 000 türkische Fernlaster pro Jahr nach Russland - beladen mit Textilien, Maschinenteilen, aber auch Nahrungsmitteln.

Am meisten aber dürfte die türkische Tourismuswirtschaft unter den angekündigten Sanktionen leiden. Mit 3,3 Millionen Gästen war Russland im vergangenen Jahr für die türkischen Hoteliers der zweitwichtigste Markt nach Deutschland.

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01.12.2015, 08:30 Uhr
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