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Assad-Kommandeur spottet - Rebellen zerstören dutzende Panzer

Putins Syrien-Offensive stockt

Die russischen Luftschläge gegen die Gegner des Assad-Regimes bringen nicht die in Moskau erhofften Erfolge. Im Gegenteil: Die IS hat den wichtigsten Nachschubweg der syrischen Armee gekappt.

29.10.2015
  • MARTIN GEHLEN

Wladimir Putins Luftoffensive startete vor vier Wochen demonstrativ martialisch. Fast unablässig waren seine Kampfflugzeuge über Syrien in der Luft. Sogar vom Kaspischen Meer aus griffen zu Putins Geburtstag am 7. Oktober russische Kriegsschiffe mit 26 Cruise Missiles in das 900 Kilometer entfernte Kriegsgeschehen ein. Tag für Tag trat der Sprecher des Moskauer Generalstabs mit neuen Siegesmeldungen vor die Presse. Einmal hieß es, tausende IS-Kämpfer seien Hals über Kopf geflohen. Tage später erklärte der Kreml die Gotteskrieger als so gut wie besiegt.

Inzwischen ist es still geworden um die Propagandamaschine des Kreml. Denn auf dem Schlachtfeld häufen sich die Rückschläge, vor allem weil sich Baschar al-Assads Bodentruppen als ausgelaugt und demotiviert erweisen. "50 Zentimeter" sei man an der Front bei Hama vorangekommen, spottete ein syrischer Kommandeur. Stattdessen multiplizieren sich im Internet Videos von brennenden Panzern, abgeschossen mit mobilen amerikanischen TOW-Lenkraketen. Auf der Website "The Daily Beast" brüstete sich ein Rebellenchef, man habe innerhalb von 24 Stunden 23 Panzer zerstört. Die US-Waffen stammen aus saudischen Beständen.

Im Funkverkehr des Regimes, den Aufständische mithören konnten, hagelte es Vorwürfe eines russischen Generals an seinen syrischen Kommandeurkollegen. Dessen Armee sei schwach und unfähig, erobertes Gelände zu halten, polterte der Russe. Er könnte bald noch ganz andere Probleme bekommen. Im November sollen einige Rebellengruppen erstmals auch Boden-Luft-Raketen erhalten, mit denen sich die bisher unerreichbaren russischen Kampfjets und Hubschrauber vom Himmel holen lassen.

Auf dem Boden ist derweil der Versuch von Assads Generälen, Aleppo mit russischer Luftunterstützung zurückzuerobern, gescheitert. Stattdessen wurden weitere 120 000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht und ein halbes dutzend Krankenhäuser zerstört. Zudem gelang es dem IS, im Schatten der russischen Angriffswellen auf alle anderen Rebellen, die wichtigste Nachschubroute der Assad-Armee nach Aleppo zu erobern und zu kappen. Gleichzeitig rückten Kämpfer der "Freien Syrischen Armee" in Richtung Latakia und damit auf das Kernland der Assad-Sippe vor.

Für Putin wächst das Risiko, die bröckelnde Assad-Front mit eigenen Bodentruppen stabilisieren zu müssen - eine Eskalation mit schwer kalkulierbaren Folgen. Mehrere dutzend Elitesoldaten wurden kürzlich aus der Ost-Ukraine nach Syrien verlegt. Auch beim zweiten Assad-Verbündeten, dem Iran, wächst die Nervosität. Im Lagezentrum von Latakia sei es zwischen iranischen und syrischen Offizieren zu lautstarken Disput gekommen, erfuhren die Rebellen über Mittelsmänner. Im Teheraner Internet artikuliert sich erstmals Kritik am Bodeneinsatz in Syrien, nachdem im Oktober mehr als ein dutzend Gefallene zu Grabe getragen wurden.

Putins Syrien-Offensive stockt
Russische Bomben zerstörten diese Gebäude in Talbiseh. Dort kämpfen Rebellen der Freien Syrischen Armee. Foto: afp

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29.10.2015, 12:00 Uhr
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