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Festspiele

Purismus mit Verdis „Simon Boccanegra“

Eine wenig bekannte Oper um Macht und Liebe in Genua beschließt die Salzburger Opernpremieren.

17.08.2019

Von DPA

Verliebt: Marina Rebeka (Amelia Grimaldi) und Charles Castronovo (Gabriele Adorno). Foto: Barbara Gindl/dpa

Salzburg. Der Reigen der fünf Opern-Neuinszenierungen bei den Salzburger Festspielen ist am Donnerstagabend mit einer umjubelten Premiere von Giuseppe Verdis Oper „Simon Boccanegra“ unter dem Stardirigenten Waleri Gergijew abgeschlossen worden. Das Premierenpublikum war offenbar so begeistert von dem stimmgewaltigen Drama um tödlichen Hass und tränenreiche Versöhnung im alten Genua, dass es das Ende nicht abwarten konnte und in die letzten Takte des Verlöschens hineinklatschte.

Nach den Bilderorgien in den vorangegangenen Inszenierungen geriet die Interpretation seitens des Regisseurs Andreas Kriegenburg erholsam puristisch. Der Bühnenbildner Harald B. Thor hatte für Verdis düsteres Stück einen Sichtbetonpalast mit drehbarer Rotunde gebaut, der stark an die Architektur der neuen Berliner Bundestagsbauten erinnert.

Überraschung des Abends war Gergijew, dem am Pult der Wiener Philharmoniker eine musikalisch differenzierte und insgesamt überzeugende Deutung von Verdis klanglich ungemein subtiler Partitur gelang. Auch sängerisch hatte die letzte Opernpremiere der Festspielsaison im Großen Festspielhaus hohes Niveau, mit dem großartigen René Pape als Fiesco, der brillanten Sopranistin Marina Rebeka als Amelia und dem mit viel Schmelz singenden amerikanischen Tenor Charles Castronovo als Adorno. Ein wenig gebremst schien der italienische Bariton Luca Salsi in der Titelrolle des Simon Boccanegra.

Die Oper spielt in der alten Seerepublik Genua, wo sich das Volk (die Plebejer) mit den Herrschenden (den Patriziern) zofft. Der Plebejer Boccanegra jagt den Dogen Fiesco aus dem Amt und übernimmt selbst die Herrschaft. Doch er liebt ausgerechnet Fiescos Tochter, die der Vater vor dem Emporkömmling versteckt.

Die junge Frau stirbt, doch die zuvor gezeugte Tochter Amelia überlebt und verliebt sich Jahre später in Fiescos Gefolgsmann Adorno, der ein Komplott gegen Boccanegra plant. Am Ende wird Boccanegra von einem Verräter aus den eigenen Reihen vergiftet und versöhnt sich, sterbend, mit Adorno und Fiesco.

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Erstellt:
17. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. August 2019, 06:00 Uhr

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