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Vater der "strickenden Oma" ist tot

Puppenspieler Albrecht Roser ist im Alter von 88 Jahren gestorben

Im Alter von 88 Jahren ist am Palmsonntag der Puppenspieler Albrecht Roser gestorben. Mit dem Clown "Gustaf und seinem Ensemble" reiste Roser als Botschafter für die Kunst der Marionette durch alle Kontinente.

23.04.2011
  • YVONNE WEIRAUCH

Stuttgart Professor Albrecht Roser wurde zum Puppenspieler, als er die Spielmöglichkeiten seiner ersten Marionette Clown Gustav entdeckte. Nach und nach entstand "Gustav und sein Ensemble" - ein Szenenprogramm mit Marionetten. "Robbi, Tobbi und das Flliewatüüt" - die Kult-ARD-Kinderserie gehörte zu seinen größten Erfolgen. Im Alter von 88 Jahren ist der Puppenbauer und Puppenspieler Albrecht Roser am Palmsonntag gestorben.

Die ältere Generation wird sich an "Telemekel und Teleminchen" erinnern. Das wurde vom damaligen Stuttgarter Südfunk in den Jahren zwischen 1963 und 1970 produziert. Zu seinen legendärsten Figuren gehört "die strickende Oma", sie schwäbelte regelmäßig im damaligen SDR mit ihrem kleinen Hund.

Der Stuttgarter Professor war Vorbild vieler Puppenspieler auf der ganzen Welt. Er galt als Spezialist für die Marionette. Geboren in Friedrichshafen, wuchs er in Stuttgart auf. Nach den Kriegsjahren wusste Albrecht Roser nicht genau, in welche Berufsrichtung er sich orientieren sollte. Er machte schließlich eine Ausbildung zum Marionetten-Bauer - damals ein Beruf ohne große Perspektiven. Seit 1951 entwickelte er aber die Bauprinzipien der Puppen weiter, deren Grundlagen er bei F.H. Bross gelernt hatte. Mit seinem Clown Gustaf spielte Roser zunächst in Schaufenstern, später auf Bühnen. Dann tourte er für das Goethe-Institut durch die ganze Welt: Deutschland, Europa, 17 Tourneen durch Nord- und Südamerika, sieben Tourneen durch Asien und Australien, Nordafrika.

1982 bekam er das Bundesverdienstkreuz verliehen. 1983 baute er die Figurentheaterschule Stuttgart an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart mit auf, an der er als Professor lehrte. Und er gründete das Figurentheater FITZ unter dem Stuttgarter Tagblattturm. Seine erste Marionette, der Clown Gustav, war nach eigenen Angaben Rosers Ego und seine Inspiration - und das 57 Jahre lang. Dennoch - die schwäbische Großmutter mit ihren klappernden Stricknadeln wurde eine der Kultfiguren von Roser. Sie war stets die Schlussnummer bei seinen Auftritten und schwätzte deutschlandweit in der ARD. Die "Oma aus Stuttgart" moderierte in zahlreichen Sendungen, zuletzt in der Sendung "Was die Großmutter noch wusste". Roser hauchte ihr den schwäbischen Charakter ein. Diese Marionette wusste alles über Land, Leute und Publikum, die Oma würzte mit ihren hintersinnigen Kommentaren die Ereignisse - am liebsten auf schwäbisch, aber auch in anderen Sprachen.

2001 feierte Roser sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, zog sich dann nach und nach in sein Atelierhaus in Remshalden-Buoch zurück. Dieses Atelier hoch über dem Remstal war Basis für die ganze Arbeit des Puppenspielers. 2006 fanden Rosers Vorführungen ausschließlich in diesem Atelier statt. 2008 erlitt Albrecht Roser einen Schlaganfall von dem er sich nicht mehr erholte. Er konnte mit seinen Puppen nicht mehr öffentlich auftreten. Am Palmsonntag starb er nach schwerer Krankheit im Stuttgarter Diakonissen-Krankenhaus. Am 30. April um 15 Uhr nimmt man Abschied vom Puppen-Professor. Die Trauerfeier findet in der Kirche St. Sebastian in Remshalden-Buoch statt.

Puppenspieler Albrecht Roser ist im Alter von 88 Jahren gestorben
Puppenspieler Albrecht Roser und seine beiden "strickenden Fernseh-Omas" (1979). Foto: Archiv

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23.04.2011, 12:00 Uhr
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