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Pubertäre Polemik

„Gottloser mit Darwin“: Der Rottenburger Bischof Fürst beklagte einen „aggressiver werdenden Atheismus“. Leserbriefe folgten. Antwort auf Günter Kehrer.

22.07.2009

Der Bischof spricht, und Herr Kehrer erregt sich. Das Ritual verdeckt, dass es wirklich um etwas geht. Bischof Fürst äußert die Überzeugung, dass „die moralisch handelnde Persönlichkeit“ sowie ein ethisch verantwortetes Zusammenleben ohne eine existentielle religiöse Fundierung ins Wanken geraten.Man muss weder diese Überzeugung noch den Gottesglauben teilen (man muss freilich auch nicht darüber beleidigt sein, dass damit jedem Atheistisch-Gläubigen die Moral abgesprochen werde – das ist gar nicht der Fall).Wer jedoch weiß, wie schwer sich Philosophie tut, argumentativ die Menschenwürde als unverhandelbares Fundament für gelebtes Ethos zu begründen, den wird es nicht beruhigen, wenn Vertreter des Atheismus locker kundtun, sie würden „sich ihre Werte im Gespräch selbst“ geben.Religionskritischen Vordenkern (Kant, Nietzsche) der an dieser Stelle immer gern vereinnahmten Aufklärung wurde jedenfalls mulmig, als sie meinten, die moralische Welt von ihrem absoluten Fixpunkt lösen zu müssen. Und sie wussten genau, warum: Die pubertäre Polemik gegen das „von oben“ Vorgegebene verdeckt nämlich, dass im angepriesenen „wir können das selbst“ immer ein „wir können auch anders“ mitklingt. Das Experiment einer Gesellschaft, in der das Bewusstsein einer prinzipiellen Unverhandelbarkeit eines Fundamentes für Werte verloren geht, weil wir das alles „selbst“ machen, hat gerade erst begonnen, und sein Ausgang steht wahrlich noch nicht fest. Hier liegt ein Problem, das die Gestalt des gesellschaftlichen Zusammenlebens prägen wird – für Religiöse und Nichtreligiöse gleichermaßen. Hier lohnt die Debatte. Alles andere gehört an den Strand.

Dr. Thomas Fliethmann, Tübingen

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22.07.2009, 12:00 Uhr
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