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Rottenburg/N.

Provokation

Das angedachte Gewerbegebiet zwischen Rottenburg und Kiebingen und die B 28 neu – Belastung und umstrittene Entlastung vom Straßenverkehr gleichermaßen?

16.02.2018

Von Siegfried Kappus, Rottenburg/N.

Die B 28 neu wurde in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen unter der Bedingung, die Dörfer zu entlasten. Dies wurde immer wieder infrage gestellt; zumal auch die Planer das Fassungsvermögen der B 28 von maximal 18 000 auf 22 000 KFZ/Tag hochrechnen mussten, um dieser Vorgabe zu entsprechen – ein Eingeständnis, das konsequent vertuscht wurde. Jede Befürchtung einer Rückverlagerung des Verkehrs in die Dörfer wurde mit der gegenteiligen Behauptung niedergeschwatzt. Selbst dem bescheidenen Wunsch nach etwas Erleichterung durch Tieferlegung der B 28 in Kiebingen wurde nie ernsthaft nachgegangen; nach der Devise: Entlastung oder nicht – die Straße wird gebaut! Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Die freundlichen Navi-Stimmen und Bildchen aus dem Off werden so viele KFZ-Lenker ins schöne Neckartal bitten, dass uns allen Hören und Sehen vergehen wird. Am Ende sind es dann Sach- und Wachstumszwänge, die verhindern, nennenswerte Entlastungen zu erwirken. Gefühllos wie Wasser in kommunizierenden Röhren wird sich der Blechstrom über drei Straßen durchs Tal wälzen.

Vor diesem Hintergrund ein 40 Hektar großes Gewerbegebiet nahe Kiebingen ins Auge zu fassen, ist eine unglaubliche Provokation – oder halt die konsequente Fortschreibung eines wahn-sinnigen Wachstumszwangs, dessen Gier sicher nicht an der Kiebinger Gemarkungsgrenze enden wird. Nun ade, du mein lieb Neckartal ...

Höchste Zeit, mal auf die Denkzwänge zu schauen, die unter der wohligen Decke sogenannter Sachzwänge schlummern.

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Erstellt:
16. Februar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2018, 01:00 Uhr

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